Mercators Weltkarte
摘要
Weltkarten haben einen prägenden Einfluss auf die Wahrnehmung der Wirklichkeit und die Bildung von (persönlichen) Weltbildern. Sie erzeugen Vorstellungswelten und Weltbilder, die politische, religiöse und wirtschaftliche Ordnungen widerspiegeln oder auch verwerfen können. 1569 wählte der Kartograf Gerhard Mercator (1512-1594) für seine Weltkarte eine von ihm neu entwickelte Zylinderprojektion, welche die Kugelform der Erde begradigen soll. Sie ist jedoch mit Schwierigkeiten verbunden, die man verstehen und berücksichtigen muss, will man aus den kartografischen Darstellungen nicht falsche Interpretationen ziehen. Unter allen bekannten Weltkarten bildet die Weltkarte Gerhard Mercators Nova et aucta orbis terrae descriptio ad usum navigantium emendate accommodata – Neue vollständige Beschreibung der Welt, angepasst für die Navigation von 1569 einen exemplarischen und damit auch einen lehrkunstdidaktisch nutzbaren Wendepunkt der Wissenschaftsgeschichte. Im Lehrstück Mercators Weltkarte setzen sich die Schüler und Schülerinnen mit der historischen Bedingtheit der gegenwärtigen Lebenswelt auseinander, indem sie nachentdecken, dass ein Zusammenhang zwischen heutigen Karten-Apps und der vor mehr als 450 Jahren entstandenen Weltkarte des Kartografen Mercator besteht. Denn auch die heutigen Karten-Apps nutzen die Mercator-Projektion als Zylinderprojektion zur Herstellung ihrer digitalen Karten, da sie durch ihre Winkeltreue Vorteile für die Navigation bietet. Die Flächenverzerrung wird dabei in Kauf genommen.