Wellen des Faschismus, Brecher des Sozialismus
摘要
Den sogenannten Faschismus-Vergleich abzulehnen und damit darauf zu verzichten, Weitrechts als politisch-soziale Bewegung auf einen Begriff zu bringen, kommt dieser entgegen und verschlechtert demokratische Abwehrchancen. Faschismus hat ein dämonisches Potenzial, aber es ist falsch, ihn in der Bewegungsphase zu dämonisieren. Deren Anziehungskraft muss nämlich unerklärlich bleiben, wenn sie nur als Anfang eines verbrecherischen und katastrophalen Endes gesehen wird. Mit dem typischen vorwurfsvoll-appellativen Gestus mittiger Absender sind weitrechte Anhänger und Sympathisanten nicht zu erreichen. Adressaten, die sich als Opfer fühlen, mit abwertender Kommunikation anzusprechen, hat einen Bestätigungs-, keinen Störeffekt. Worauf kommt es an? Abschied zu nehmen gilt es von einer sich naiv-beweihräuchernder Selbstverherrlichung moderner Gesellschaften. Selbstdarstellung, die von Selbstaufklärung nichts wissen will, stolziert, angeführt von nackten Kaisern, geradewegs in Potemkinsche Dörfer. Weil Prekarität, soziale Verwerfungen und Erniedrigungen als strukturelle Risiken der Moderne auftreten, hängt viel davon ab, dass der Staat sich nicht zurückzieht, sondern schützend und vorsorgend aktiv ist. Aber das gesellschaftliche Risikomanagement auf Politik und Staat abzuschieben, bleibt ungenügend. Nur wenn auch in den Alltagsbeziehungen der Personen wie der Organisationen Verantwortung und Engagement sowohl für andere als auch für die gemeinsamen Angelegenheiten lebendig und erfahrbar sind, werden faschistische Expansionen dauerhaft ausbleiben.