Mit der Metapher vom „theoretischen Brachland“ soll gezeigt werden, warum es zur Stunde als intellektuell redlich erscheint, sich einzugestehen, dass die Krisis der europäischen Wissenschaften und Wissenssysteme nicht dadurch gelöst werden kann, dass Theorie- und Wissensbildung auf immer gleiche Weise betrieben werden. Da die wissenschaftlichen Methoden selbst in theoretisches Brachland zu führen scheinen, indem Methodenvielfalt zugunsten von Messbarkeit und Eindeutigkeit aufgegeben werden, bleibt die „Methode“ (griech. μέθοδος) der eigentliche Gegenstand des forschenden Fragens. Dann, so scheint es, ist das Praktizieren von theoretischen und diskursiven Verzichtleistungen, die vielleicht vielversprechendste Methode, versteht man darunter „wieder“ den Weg, der zu gehen ist und in dessen ordnendem Verlauf sowohl Erkenntnis als auch Transformation den Weg als Ziel erfahrbar werden lassen. Der vorliegende „Praxisentwurf“ klinischen Philosophierens kann daher in dem Maße „praktisch“ sein, indem es auf diesem Wege gelingt, den Begriff von und die Erwartungen an „das Praktische“ zu erhellen. Der vorliegende Versuch heißt Praxisentwurf, da er nach einer gemeinsamen Praxis des Fragens sucht und also sehr viel weniger um Antworten als vielmehr um die „richtige“ Frage bemüht ist.

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Theoretisches Brachland

  • Damian Peikert

摘要

Mit der Metapher vom „theoretischen Brachland“ soll gezeigt werden, warum es zur Stunde als intellektuell redlich erscheint, sich einzugestehen, dass die Krisis der europäischen Wissenschaften und Wissenssysteme nicht dadurch gelöst werden kann, dass Theorie- und Wissensbildung auf immer gleiche Weise betrieben werden. Da die wissenschaftlichen Methoden selbst in theoretisches Brachland zu führen scheinen, indem Methodenvielfalt zugunsten von Messbarkeit und Eindeutigkeit aufgegeben werden, bleibt die „Methode“ (griech. μέθοδος) der eigentliche Gegenstand des forschenden Fragens. Dann, so scheint es, ist das Praktizieren von theoretischen und diskursiven Verzichtleistungen, die vielleicht vielversprechendste Methode, versteht man darunter „wieder“ den Weg, der zu gehen ist und in dessen ordnendem Verlauf sowohl Erkenntnis als auch Transformation den Weg als Ziel erfahrbar werden lassen. Der vorliegende „Praxisentwurf“ klinischen Philosophierens kann daher in dem Maße „praktisch“ sein, indem es auf diesem Wege gelingt, den Begriff von und die Erwartungen an „das Praktische“ zu erhellen. Der vorliegende Versuch heißt Praxisentwurf, da er nach einer gemeinsamen Praxis des Fragens sucht und also sehr viel weniger um Antworten als vielmehr um die „richtige“ Frage bemüht ist.