In den letzten Jahren wurde der Begriff Resilienz in verschiedensten Bereichen verwendet, teils bereichernd, teils missbräuchlich. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Lateinischen (resilere), was „zurückspringen“ oder „abprallen“ bedeutet. Zunächst fand der Begriff primär in der Materialwissenschaft Anwendung, um das Belastungs‐ und Regenerationsverhalten von Werkstoffen zu beschreiben. Erst in den 1970er Jahren hielt er Einzug in die Psychologie (vgl. Lohse, 2021: 18ff). Aus psychologischer Sicht beschreibt Resilienz „die Widerstandsfähigkeit eines Individuums, sich trotz ungünstiger Lebensumstände und kritischer Lebensereignisse erfolgreich zu entwickeln. […] Resilienz manifestiert sich als eine Wiederherstellung normaler Befindlichkeiten nach einem Schicksalsschlag“ (Wirtz, 2014: 1419). Resilienz umfasst somit sowohl die Widerstandskraft gegenüber alltäglichen Belastungen als auch die Fähigkeit zur Erholung nach schwerwiegenden Krisen. Besonders in Konfliktlösungen und Verhandlungen spielt sie eine zentrale Rolle: Nicht nur die Ursachen eines Konflikts, etwa eine Scheidung aufgrund von Untreue, sind psychisch belastend, sondern auch der gesamte Prozess der Auseinandersetzung.

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Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen

  • Winfried Neun

摘要

In den letzten Jahren wurde der Begriff Resilienz in verschiedensten Bereichen verwendet, teils bereichernd, teils missbräuchlich. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Lateinischen (resilere), was „zurückspringen“ oder „abprallen“ bedeutet. Zunächst fand der Begriff primär in der Materialwissenschaft Anwendung, um das Belastungs‐ und Regenerationsverhalten von Werkstoffen zu beschreiben. Erst in den 1970er Jahren hielt er Einzug in die Psychologie (vgl. Lohse, 2021: 18ff). Aus psychologischer Sicht beschreibt Resilienz „die Widerstandsfähigkeit eines Individuums, sich trotz ungünstiger Lebensumstände und kritischer Lebensereignisse erfolgreich zu entwickeln. […] Resilienz manifestiert sich als eine Wiederherstellung normaler Befindlichkeiten nach einem Schicksalsschlag“ (Wirtz, 2014: 1419). Resilienz umfasst somit sowohl die Widerstandskraft gegenüber alltäglichen Belastungen als auch die Fähigkeit zur Erholung nach schwerwiegenden Krisen. Besonders in Konfliktlösungen und Verhandlungen spielt sie eine zentrale Rolle: Nicht nur die Ursachen eines Konflikts, etwa eine Scheidung aufgrund von Untreue, sind psychisch belastend, sondern auch der gesamte Prozess der Auseinandersetzung.