Social Finance und „Gamifizierung“: Kleinanleger als Fürsprecher
摘要
Menschen überschätzen ihr Wissen und Können, sie realisieren Verluste zu spät und sie überreagieren auf kleine Ausschläge von Marktpreisen. Diese „cognitive biases“ verleiten zu irrationalen und für die jeweiligen Anleger oft finanziell nachteiligen Entscheidungen. Oft sind auch Gefühle und soziale Normen im Spiel, so die Erkenntnisse von Verhaltensforschern (The Economist, 2023, 2024). Aus der Palette von Gefühlen besitzt v. a. Angst einen starken Einfluss auf Anlageentscheidungen. Das haben aktuelle Studien herausgefunden, die Kapitalmarktdaten seit 1793 ausgewertet haben. Statt von Risiko-Gewinn-Abwägungen, wie es Portfolio-Theorie und Equity Risk Premium beschreiben, lassen sich Investoren eher von zwei Erscheinungsformen von Furcht leiten: der Angst vor Verlust („fear of loss“, FOL) und der Angst, eine Chance zu verpassen („fear of missing out“, FOMO) (The Economist, 2025a). Anschauliche Beispiele für einen wahren Sturm der Gefühle liefern aktivistische Kleinanleger im Fall des börsennotierten US-Unternehmens GameStop und einer Reihe anderer Firmen. Manager kapitalmarktorientierter Unternehmen und ihre Kommunikatoren sollten die Entwicklungen bei der Kommunikation von Anlegern untereinander verfolgen. Manche bezeichnen die Absprachen, die sich in sozialen Medien herausbilden, als Demokratisierung. Für manche Unternehmen ergibt es Sinn, Kleinanleger in den entsprechenden Meinungsbildungsprozessen als Fürsprecher zu gewinnen. Es gibt bodenständige Praxisbeispiele wie die Kinokette AMC und schillernde wie den US-Softwarekonzern Palantir.