In dieser Studie werden Antizipationseffekte sowie Reaktionen des Kapitalmarktes bei Ankündigungen von aktien- und umwandlungsrechtlichen Squeeze-outs, Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsverträgen und Verschmelzungen für die Jahre 2002 bis 2020 näher analysiert. Speziell werden Ereignisse vor diesen Arten von Strukturmaßnahmen auf ihren Einfluss auf die Reaktion und Antizipation des Kapitalmarktes bei der Strukturmaßnahme hin betrachtet. Kurseffekte für Angebote nach dem WpÜG (Erhöhungen von Anteilen) und Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsverträge (entstehende Vertragskonzerne), die zeitlich noch vor den Strukturmaßnahmen der Stichprobe angekündigt wurden, werden anhand von Ereignisstudien betrachtet. Die Ergebnisse zeigen signifikante Überrenditen für Angebote nach dem WpÜG (13 % bei Ankündigung) sowie Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsverträge (4 % bei Ankündigung), die vor den Strukturmaßnahmen der Stichprobe angekündigt wurden. Zudem ergeben sich tendenziell stärkere Überrenditen bei Ankündigung einer Strukturmaßnahme, sofern kein Angebot nach dem WpÜG oder Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrag in zeitlicher Nähe vor einer Strukturmaßnahme angekündigt wurde. Beide sind damit relevant für den Informationsgehalt des Börsenkurses bei Ankündigung einer Strukturmaßnahme. Darüber hinaus werden im Rahmen einer multivariaten linearen Regression offengelegte Informationen aus Finanzberichten (positiver Einfluss) innerhalb des Dreimonatszeitraums als signifikante Einflüsse auf abnormale Renditen im Dreimonatszeitraum vor der Ankündigung einer Strukturmaßnahme aufgezeigt. Tendenziell entstehen geringere Ankündigungsreaktionen bei höherer Liquidität. Die Liquidität vieler Zielgesellschaften ist jedoch gering, was die Verwendbarkeit der Börsenkurse im Rahmen der Abfindungsbemessung in Frage stellt. Bei höherer Liquidität wird eher von einer effizienten Informationsverarbeitung ausgegangen und der Informationsgehalt wäre stets aktueller.

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Einflüsse auf Börsenkurse im Dreimonatszeitraum vor Ankündigungen von aktien- und umwandlungsrechtlichen Strukturmaßnahmen

  • Carmen Bauer

摘要

In dieser Studie werden Antizipationseffekte sowie Reaktionen des Kapitalmarktes bei Ankündigungen von aktien- und umwandlungsrechtlichen Squeeze-outs, Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsverträgen und Verschmelzungen für die Jahre 2002 bis 2020 näher analysiert. Speziell werden Ereignisse vor diesen Arten von Strukturmaßnahmen auf ihren Einfluss auf die Reaktion und Antizipation des Kapitalmarktes bei der Strukturmaßnahme hin betrachtet. Kurseffekte für Angebote nach dem WpÜG (Erhöhungen von Anteilen) und Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsverträge (entstehende Vertragskonzerne), die zeitlich noch vor den Strukturmaßnahmen der Stichprobe angekündigt wurden, werden anhand von Ereignisstudien betrachtet. Die Ergebnisse zeigen signifikante Überrenditen für Angebote nach dem WpÜG (13 % bei Ankündigung) sowie Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsverträge (4 % bei Ankündigung), die vor den Strukturmaßnahmen der Stichprobe angekündigt wurden. Zudem ergeben sich tendenziell stärkere Überrenditen bei Ankündigung einer Strukturmaßnahme, sofern kein Angebot nach dem WpÜG oder Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrag in zeitlicher Nähe vor einer Strukturmaßnahme angekündigt wurde. Beide sind damit relevant für den Informationsgehalt des Börsenkurses bei Ankündigung einer Strukturmaßnahme. Darüber hinaus werden im Rahmen einer multivariaten linearen Regression offengelegte Informationen aus Finanzberichten (positiver Einfluss) innerhalb des Dreimonatszeitraums als signifikante Einflüsse auf abnormale Renditen im Dreimonatszeitraum vor der Ankündigung einer Strukturmaßnahme aufgezeigt. Tendenziell entstehen geringere Ankündigungsreaktionen bei höherer Liquidität. Die Liquidität vieler Zielgesellschaften ist jedoch gering, was die Verwendbarkeit der Börsenkurse im Rahmen der Abfindungsbemessung in Frage stellt. Bei höherer Liquidität wird eher von einer effizienten Informationsverarbeitung ausgegangen und der Informationsgehalt wäre stets aktueller.