Der Beitrag entwickelt in Anschluss an Bruno Latour Elemente einer Bildungstheorie, die Bildung nicht als Transformation innerer Selbst- und Weltverhältnisse, sondern als relationale Bindung versteht. Latours Akteur-Netzwerk-Theorie dient dabei als Ressource, um zentrale Dualismen der Bildungstheorie – Individuum vs. Gesellschaft, Aktivität vs. Passivität, Ereignis vs. Struktur – zu unterlaufen. Bildung erscheint so als kollektiver, kontinuierlicher Prozess der Versammlung heterogener menschlicher und nicht-menschlicher Akteure. In einem zweiten Schritt wird dieses relationale Bildungsverständnis kontrastierend der Theorie transformatorischer Bildungsprozesse gegenübergestellt. Anhand deren Konzepte von Selbst- und Weltverhältnissen, Phasenmodell sowie impliziter emanzipatorischer Normativität wird gezeigt, dass Latours Vokabular attraktive alternative Beschreibungsweisen nahelegt: Relationen statt Verhältnisse, Dauer statt Transformation und Sorgfalt statt Emanzipation. Bildung wird damit als verantwortliche Gestaltung von Abhängigkeiten und Verbundenheiten gefasst.

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Relation statt Transformation: Elemente einer Bildungstheorie in Anschluss an Latour

  • Kai Wortmann

摘要

Der Beitrag entwickelt in Anschluss an Bruno Latour Elemente einer Bildungstheorie, die Bildung nicht als Transformation innerer Selbst- und Weltverhältnisse, sondern als relationale Bindung versteht. Latours Akteur-Netzwerk-Theorie dient dabei als Ressource, um zentrale Dualismen der Bildungstheorie – Individuum vs. Gesellschaft, Aktivität vs. Passivität, Ereignis vs. Struktur – zu unterlaufen. Bildung erscheint so als kollektiver, kontinuierlicher Prozess der Versammlung heterogener menschlicher und nicht-menschlicher Akteure. In einem zweiten Schritt wird dieses relationale Bildungsverständnis kontrastierend der Theorie transformatorischer Bildungsprozesse gegenübergestellt. Anhand deren Konzepte von Selbst- und Weltverhältnissen, Phasenmodell sowie impliziter emanzipatorischer Normativität wird gezeigt, dass Latours Vokabular attraktive alternative Beschreibungsweisen nahelegt: Relationen statt Verhältnisse, Dauer statt Transformation und Sorgfalt statt Emanzipation. Bildung wird damit als verantwortliche Gestaltung von Abhängigkeiten und Verbundenheiten gefasst.