Gasterlebnis, Gastfreundschaft und Gästebeziehung im Spannungsfeld zwischen Übertourismus und nachhaltiger Tourismusentwicklung
摘要
Der vorliegende Beitrag befasst sich mit den Auswirkungen des Übertourismus auf die Gastlichkeit in einem von diesem Phänomen geprägten Tourismussystem. Es wird argumentiert, dass die relevanten Stakeholder in diesem Kontext selbst unter Druck geraten, was wiederum die Gastlichkeit unter Druck setzt. In der vorliegenden Abhandlung analysiert der Autor unter Zuhilfenahme der Hegelschen Dialektik die Frage, welche fundamentalen Voraussetzungen für ein Tourismussystem bestehen müssen, um gelebte, authentische Gastlichkeit zu gewährleisten. Zu diesem Zweck werden drei signifikant ausgeprägte Fallkonstellationen untersucht. Im ersten Fall wird eine Erfahrung mit Fahrern in der libyschen Wüste analysiert, bei der die Gastgeber größeren Wert auf ihre eigenen Bedürfnisse legen. Für diese Kategorie von Erfahrungen wird der Terminus der „Prä-Hospitality-Ära“ eingeführt. Im zweiten Fall wird die Analyse von typischen, von Übertourismus geprägten oder gefährdeten Destinationen vorgenommen, in denen der „Gast als König“ gilt, unter Missachtung der Stakeholder-Bedürfnisse. Dieser Fall wird als typisch für die „Hospitality-Ära“ dargestellt und diskursiv mit dem Fund und der Ausbeutung von Goldadern verglichen. Der letzte Fall, der analysiert wird, ist das „Tulpenfest“ des Dorfes Edelsbach. Dieses wird als ein Beispiel für die „Post-Hospitality-Ära“ identifiziert. In diesem Fall werden die Interessen der Stakeholder gleichberechtigt mit den Gästebedürfnissen berücksichtigt. Dabei ist die Selbstbeschränkung im Hinblick auf touristisches Wachstum von entscheidender Bedeutung. Abschließend wird diese Fähigkeit zur Selbstbeschränkung als wesentliche Bedingung für die Ermöglichung von authentischen (touristischen) Beziehungen reflektiert.