Die Macht der Schrift und die Ermächtigung der Menschen. Reflexionen zur sozialen Einbindung von Literalität
摘要
Die Ermächtigung von Menschen ist immer konkret. Im vorliegenden Beitrag geht es um Interventionen im sozialen Umfeld der Menschen mit besonderem literalen Unterstützungsbedarf. Der Fokus liegt auf Machtstrukturen, die mit Schrift und literaler Kompetenz im Rahmen der empirischen Sozialforschung in Beziehung stehen. Um Ermächtigung hier zu betreiben, werden in den ersten beiden Kapiteln relevante Hintergründe der Macht der Schrift erörtert. Abschn. 1 geht historisch-sozial an die Problematik heran, während Abschnitt einen linguistisch-epistemologischen Blick auf Sprache, Schrift und Buch wirft. Im abschließenden Kapitel werden die vorbereitenden Gedanken auf das soziale Feld der Literalität in der Sozialforschung übertragen. Zur Veranschaulichung der dabei auftauchenden komplexen Zusammenhänge, wird ein Modell der Arena „literales Verstehen“ skizziert. Für diese Arena werden Strategien bzw. Einsichten zur Ermächtigung von Menschen mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen von Schriftsprachkompetenzen vorgestellt. Die meisten der Einsichten kommen aus den vorangehenden Erörterungen bzw. aus eigenen Erfahrungen der Alphabetisierungsforschung plus erfolgversprechenden Hinweisen aus anderen Forschungszusammenhängen.