Von der Ukraine-Krise zum Ukraine-Krieg
摘要
Aus der retrospektiven Betrachtung des Ukraine-Konflikts ab dem 24. Februar 2022 erwächst die Erkenntnis, dass weder die in Minsk beschlossenen Abkommen noch die OSZE, noch die Vereinten Nationen eine militärische Eskalation zu verhindern vermochten. Ausgehend von der Gewissheit, dass ein historischer Determinismus nicht existiert und alle Ereignisse von historischer Bedeutung auf Entscheidungen der handelnden Akteure basieren oder zumindest maßgeblich durch diese beeinflusst werden, lässt sich die Frage nach der Vermeidbarkeit bzw. Unvermeidbarkeit der russischen Invasion am 24. Februar 2022 nicht eindeutig beantworten. Betrachtet man jedoch die grundsätzlich angespannte Situation zwischen dem Westen, der Ukraine und der Russischen Föderation ab 2014, so lässt sich feststellen, dass die gleichen vielschichtigen Spannungsfelder, die in ihrer Summe und ihren Wechselwirkungen zum Ukraine-Konflikt von 2014 geführt hatten, auch nach dem vorläufigen Einfrieren des Konflikts fortbestanden.