Von der ewigen zur inneren Erlösung? Reflexionen zum Seelenheil im Kontext christlich fundierter Sepulkralkultur
摘要
Welche Bedeutung haben Jenseitsvorstellungen für die Sepulkralkultur? Welche Rolle spielt das Seelenheil der Verstorbenen sowie der An- und Zugehörigen bei der Ausbildung von Ritualen im Kontext von Sterbe-, Bestattungs- und Trauerkultur? Aufbahrung, Aussegnung und Bestattung des toten Körpers folgen in einer christlichen Tradition traditionell-religiösen Regeln und sollen den Übergang in einen anderen Zustand ermöglichen. Das Seelenheil des Verstorbenen steht dabei aus christlicher Perspektive und in der liturgischen Praxis im Vordergrund, wobei in den Ritualen auch die Trauer der Gläubigen zum Ausdruck kommen soll. Bedenkt man diese jahrhundertealte Tradition christlich fundierter Sepulkralkultur, muss man konstatieren, dass sich diese in den letzten Jahrzehnten in einem rasanten Wandel befindet. Mit der Säkularisierung westlicher Gesellschaften verlieren auch die sogenannten Letzten Dinge immer stärker an Bedeutung. Die für das Christentum übliche Erdbestattung wurde mittlerweile durch die Kremation abgelöst. Aufbahrungen werden längst nur noch selten praktiziert, und der persönliche Umgang der Hinterbliebenen mit den Leichen erscheint zunehmend stigmatisiert. Aufwendige Bestattungsfeiern werden immer weniger gestaltet, und das Abschiednehmen im privaten Kreis wird immer häufiger erst nach dem Vollzug in Todesanzeigen veröffentlicht – so die Tageszeitung hier überhaupt noch eine Rolle spielt.