Zum Verhältnis von Spezialeinheiten und Wissenschaft: Systemtheoretische Einsicht(en)
摘要
Der Beitrag analysiert, wie polizeiliche Spezialeinheiten und die Wissenschaft miteinander in Beziehung stehen. In systemtheoretischer Perspektive wird deutlich, dass beide Systeme nach je eigenen Leitcodes operieren, die nicht direkt ineinander überführbar sind. Praktisch erschwert dies den direkten Wissenstransfer. Die Bezugnahme erfolgt vielmehr selektiv und jeweils gefiltert durch den eigenen Leitcode. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden aus Sicht der Spezialeinheiten somit zunächst als Daten beobachtet, nach internen Relevanzkriterien gefiltert und, wenn passend, in anwendungsorientiertes Wissen transformiert. Es ergeben sich Spannungsfelder durch die Spezialisierung der Wissenschaft, den Wunsch von Spezialeinheiten nach finalisiertem Wissen sowie systemische Immunreaktionen gegenüber neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ob Irritationen durch wissenschaftliches Wissen in Spezialeinheiten zu Lernprozessen führen, hängt von den im jeweiligen System gepflegten Erwartungsstilen ab. Während ein normativer Erwartungsstil auf Abwehr und Erhalt ausgerichtet ist, ermöglicht ein kognitiver Erwartungsstil die konstruktive Nutzung wissenschaftlicher Impulse für die Weiterentwicklung von Spezialeinheiten.