Die Illusion der Einkommensgerechtigkeit
摘要
Auf wirtschaftspolitischer Ebene hat Lohnpolitik zwei konkurrierende Ziele: Einerseits über möglichst hohe Löhne und Gehälter einen Beitrag zur Kaufkraft und damit zum Gemeinwohl der Bevölkerung zu leisten. Andererseits hat Lohnpolitik Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen zu nehmen: Die Lohnstückkosten sind ein zentraler Faktor im internationalen Wettbewerb. Fragestellung ist, wie erfolgreich unterschiedliche wirtschaftspolitische Systeme diese konkurrierenden Ziele optimieren können. Die Lohnpolitik gestaltet den Rahmen für die betrieblichen Entlohnungssysteme. Auch auf betrieblicher Ebene sind konkurrierende Ansprüche an das Lohnsystem zu optimieren: Das Lohn-/Gehaltsniveau leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Attraktivität des Unternehmens am Arbeitsmarkt. Mitarbeiter*innen erwarten sich zudem Transparenz und Fairness in der Entlohnung. Demgegenüber sind die Löhne und Gehälter meist ein maßgeblicher Kostenfaktor in der Bilanz der Unternehmen. Diese unterschiedlichen Ansprüche an die Entlohnung sowohl auf wirtschaftspolitischer als auch auf betrieblicher Ebene in ihrem labilen Gleichgewicht zu halten, ist Herausforderung genug. Die vielfach geäußerte Forderung nach dem gerechten Lohn bleibt in dieser Gemengelage wohl eine Illusion.