Nicht erst seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine ist bekannt: Flucht und Vertreibung sind zentrale Menschenrechtsthemen, bestimmen unseren sozialen Zusammenhalt und unsere demokratische Verfasstheit, haben Auswirkungen auf nationale und europaweite Wahlen und inspirieren hitzig geführte politmediale Debatten. Allein in den letzten zehn Jahren, seit dem Rekordjahr 2015, hat die Ankunft hunderttausender geflüchteter Menschen unseren Kontinent maßgeblich mitgestaltet, seine demografische Entwicklung verändert und seine Positionierung in der Außen‐ und Sicherheitspolitik mitbestimmt. Weniger präsent im öffentlichen Diskurs, der sich seitdem zunehmend zum Negativen gewendet hat, ist jedoch der Umstand, dass geflüchtete und vertriebene Menschen mittlerweile relevante Faktoren für den europäischen und insbesondere den österreichischen Arbeitsmarkt darstellen, sich maßgeblich auf Beschäftigungszahlen, Arbeitskräftebedarf und Produktivität auswirken.

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Einleitung

  • Judith Kohlenberger

摘要

Nicht erst seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine ist bekannt: Flucht und Vertreibung sind zentrale Menschenrechtsthemen, bestimmen unseren sozialen Zusammenhalt und unsere demokratische Verfasstheit, haben Auswirkungen auf nationale und europaweite Wahlen und inspirieren hitzig geführte politmediale Debatten. Allein in den letzten zehn Jahren, seit dem Rekordjahr 2015, hat die Ankunft hunderttausender geflüchteter Menschen unseren Kontinent maßgeblich mitgestaltet, seine demografische Entwicklung verändert und seine Positionierung in der Außen‐ und Sicherheitspolitik mitbestimmt. Weniger präsent im öffentlichen Diskurs, der sich seitdem zunehmend zum Negativen gewendet hat, ist jedoch der Umstand, dass geflüchtete und vertriebene Menschen mittlerweile relevante Faktoren für den europäischen und insbesondere den österreichischen Arbeitsmarkt darstellen, sich maßgeblich auf Beschäftigungszahlen, Arbeitskräftebedarf und Produktivität auswirken.