Dieses Kapitel argumentiert, dass die Existenz der Vergangenheit gut zu unserem Gesamtbild von Verantwortung und unserem Gewissen passt. Zunächst wird argumentiert, dass es moralisch richtig ist, Verantwortung für vergangene Fehler und Verbrechen zu übernehmen. Dann wird behauptet, dass die Vorstellung, dass nur die Gegenwart existiert, es manchmal etwas leichter machen kann, diesem moralischen Anspruch zu entgehen – inspiriert von einem Zitat von David Bowie: „what happened in the past only happenend in your mind“. Im Gegensatz dazu kann die Existenz der Vergangenheit so gesehen werden, dass sie erst die volle Bedeutung von moralischer Verantwortung deutlich werden lässt – da jede Handlung, die in der Gegenwart geschieht, ab dann für immer bestehen bleibt. Schließlich wird diese Denkweise mit der Idee der „Small Memory“ des französischen Künstlers Christian Boltanski verknüpft, wonach das Leben gewöhnlicher Menschen, die nicht in die Geschichte eingehen, genauso wichtig ist, und ontologisch auch gleichermaßen bewahrt wird, wie das Leben historischer Figuren – eine Vorstellung, die übrigens gerade Nietzsche besonders abstoßend fand.

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Dass es die Vergangenheit noch gibt, ist Grundlage moralischen Handelns

  • Benjamin Andrae

摘要

Dieses Kapitel argumentiert, dass die Existenz der Vergangenheit gut zu unserem Gesamtbild von Verantwortung und unserem Gewissen passt. Zunächst wird argumentiert, dass es moralisch richtig ist, Verantwortung für vergangene Fehler und Verbrechen zu übernehmen. Dann wird behauptet, dass die Vorstellung, dass nur die Gegenwart existiert, es manchmal etwas leichter machen kann, diesem moralischen Anspruch zu entgehen – inspiriert von einem Zitat von David Bowie: „what happened in the past only happenend in your mind“. Im Gegensatz dazu kann die Existenz der Vergangenheit so gesehen werden, dass sie erst die volle Bedeutung von moralischer Verantwortung deutlich werden lässt – da jede Handlung, die in der Gegenwart geschieht, ab dann für immer bestehen bleibt. Schließlich wird diese Denkweise mit der Idee der „Small Memory“ des französischen Künstlers Christian Boltanski verknüpft, wonach das Leben gewöhnlicher Menschen, die nicht in die Geschichte eingehen, genauso wichtig ist, und ontologisch auch gleichermaßen bewahrt wird, wie das Leben historischer Figuren – eine Vorstellung, die übrigens gerade Nietzsche besonders abstoßend fand.