Dieses Kapitel untersucht das erste von zwei ernsthaften lebensweltlichen Argumenten gegen die Existenz der Vergangenheit: die Tatsache, dass all die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit, wenn sie immer weiter existiert, niemals wirklich „vorbei“ sein werden. Um dieser Herausforderung zu begegnen, werden drei Ansätze präsentiert: Erstens wird das Leben von Viktor Frankl geschildert, der explizit auch aus lebensweltlicher Perspektive die Existenz der Vergangenheit bejahte, obwohl er aufgrund der von den Nazis an ihm und seiner Familie verübten Verbrechen viele undenkbar schreckliche Erfahrungen machen musste. Zweitens wird die Idee als Lösung präsentiert, anzunehmen, dass alle Leben zu allen Zeiten gut sind – nicht, dass alle Leben immer ideal sind, aber, dass sie immer mehr Gutes als Schlechtes enthalten. Drittens wird die Möglichkeit aufgezeigt, dass die Gnade Gottes die Vergangenheit zum Besseren verändern könnte; obwohl die Idee, dass alle Leben zu allen Zeiten gut sind, ausreicht, um das Gegenargument dieses Kapitels zu entkräften, wird dieser dritte Ansatz dennoch als interessante Denkweise präsentiert, die unter anderem auch Übereinstimmungen mit Ideen von Alfred North Whitehead hat.

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Der Schrecken der Vergangenheit

  • Benjamin Andrae

摘要

Dieses Kapitel untersucht das erste von zwei ernsthaften lebensweltlichen Argumenten gegen die Existenz der Vergangenheit: die Tatsache, dass all die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit, wenn sie immer weiter existiert, niemals wirklich „vorbei“ sein werden. Um dieser Herausforderung zu begegnen, werden drei Ansätze präsentiert: Erstens wird das Leben von Viktor Frankl geschildert, der explizit auch aus lebensweltlicher Perspektive die Existenz der Vergangenheit bejahte, obwohl er aufgrund der von den Nazis an ihm und seiner Familie verübten Verbrechen viele undenkbar schreckliche Erfahrungen machen musste. Zweitens wird die Idee als Lösung präsentiert, anzunehmen, dass alle Leben zu allen Zeiten gut sind – nicht, dass alle Leben immer ideal sind, aber, dass sie immer mehr Gutes als Schlechtes enthalten. Drittens wird die Möglichkeit aufgezeigt, dass die Gnade Gottes die Vergangenheit zum Besseren verändern könnte; obwohl die Idee, dass alle Leben zu allen Zeiten gut sind, ausreicht, um das Gegenargument dieses Kapitels zu entkräften, wird dieser dritte Ansatz dennoch als interessante Denkweise präsentiert, die unter anderem auch Übereinstimmungen mit Ideen von Alfred North Whitehead hat.