Wohnen in der Grauzone – zur praktischen Bewältigung der Not
摘要
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, wie Wohnungsnot im Kontext der aktuellen Wohnungskrise von Menschen, die davon betroffen sind, bewältigt wird. Von besonderem Interesse sind mit Blick auf die Fragestellung dieser Untersuchung fallübergreifend wiederkehrende Bewältigungsmuster, weil sich daraus Erkenntnisse bezüglich der symbolischen Ordnung gewinnen lassen, die die Grauzone der Wohnungsnot strukturiert. Ausgehend von den habitushermeneutischen Befunden wird die Bewältigung von Wohnungsnot auf unterschiedlichen Ebenen der Praxis sowie in einem Exkurs zu solidarischen und kämpferischen Praxisformen fallvergleichend analysiert. Die Methode der Habitushermeneutik basiert auf Bourdieus Praxistheorie, weshalb der Fokus auf Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata liegt. Das Kapitel endet mit der Unterscheidung von drei praktischen Bewältigungsmodi (Aufbegehren, Rechtfertigung und Verschleierung), die fallkontrastiv herausgeschält werden. Es ist vor allem der Modus der Verschleierung, der die Grenzen der habitushermeneutischen Methode offenlegte und den Anstoß für die tiefenhermeneutische Analyse gab.