Anagogisches Träumen. Ein Lehrstück noumenalen Denkens
摘要
In seiner Philosophie des Nein (1980 [1940]) lokalisiert Gaston Bachelard den Ort, an dem der Geist seinen Träumen nachgeht in der Wissenschaft; präziser: in der Mathematik. Diese Träumereien sind keine „gewöhnlichen Träume,“ von welchen die Psychoanalyse spricht und die „Verführungen der libido“ sind (Bachelard, 1980 [1940], S. 52); sondern es sind anagogische Träumereien, die „ganz wesentlich von der Mathematik bestimmt sind“ und den wissenschaftlichen Geist „nach mehr Mathematik, nach komplexeren, zahlreicheren mathematischen Funktionen“ streben lässt (ebd., S. 53). Doch wie kann die Mathematik, jene präzise Kunst des strikten Beweisens und Inbegriff in Zeichen explizierter Rationalität, mit Träumereien in Verbindung gebracht werden? Träumereien, die als anagogische über das Explizite hinausweisend hermeneutische Elemente in sich tragen.