Biographie, Diskurs und Artikulation im Anschluss an Stuart Hall
摘要
Der Zusammenhang zwischen Individuum und Gesellschaft ist eine Frage, die die Biografieforschung seit über 100 Jahren bewegt. Seit gut 20 Jahren wird diesbezüglich – beeinflusst durch die Rezeption poststrukturalistischer Ansätze – vermehrt von dem Einfluss von Diskursen auf Biografien gesprochen und es wird – auch in der Biografieforschung – der Zusammenhang zwischen Diskurs und Subjekt diskutiert. Foucault wird hierbei häufig zitiert, doch es wird auch immer wieder auf die Lücken in Foucaults Werk verwiesen. In diesem Zusammenhang erweist sich Stuart Halls Konzept der Artikulation als weiterführend. Denn dieses liefert einen theoretischen Rahmen, um das Einnehmen von Subjektpositionen im Diskurs theoretisch fassen zu können, gleichzeitig jedoch auch die Handlungsspielräume der Einzelnen zu berücksichtigen, die gerade in biografischen Texten immer wieder auftauchen. Der Beitrag diskutiert den Zusammenhang zwischen Diskurs, Subjekt und Biografie auf methodologischer und methodischer Ebene. Dabei wird aufgezeigt, wie sich Biografie- und Diskursforschung miteinander verknüpfen lassen, und wie sich Positionierungen im Diskurs mithilfe der Positionierungsanalyse aus dem biografischen Material rekonstruieren lassen.