Designforschung und KI. Gestaltung und Wissen im Kontext des Techno-Imaginären
摘要
Der Beitrag untersucht Künstliche Intelligenz (KI) nicht primär als technologische Funktionseinheit, sondern als ästhetisch und kulturell strukturiertes Techno-Imaginäres, das symbolische Ordnungen erzeugt, reproduziert und ästhetisch stabilisiert. Im Fokus steht die Frage, wie KI in Bildlichkeit, Gestaltung und Narrativen sichtbar und wirksam wird – etwa durch posthumane Kreativitätskonzepte, hegemoniale Interface-Ästhetiken oder symbolisch aufgeladene Interaktionen. In fünf theoretischen Argumentationslinien wird KI als Projektionsfläche kollektiver Erwartungen, epistemischer Ästhetiken und gestalterischer Symbolisierung analysiert. Dabei zeigt sich: Design ist nicht nur Vermittler technischer Funktionalität, sondern aktiver Akteur in der kulturellen Rahmung algorithmischer Systeme. Der Beitrag plädiert für eine reflexive, situierte und spekulative Designpraxis, die symbolische Ordnungen nicht nur mitträgt, sondern kritisch reflektiert, irritiert und transformiert. In diesem Rahmen wird Gestaltung als epistemische Intervention konzeptualisiert, die alternative Sichtbarkeiten ermöglicht und neue Handlungsspielräume im Umgang mit KI eröffnet. Das Techno-Imaginäre erweist sich damit als produktiver Zugang für eine ästhetisch fundierte Designforschung im Zeitalter algorithmischer Kulturen.