Im „Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ (Zuboff 2025) haben Tech-Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt gebracht, dass die allgemeine Vorstellung von Gestaltung für immer verändern kann. Die Entwicklung von KI-Tools, die Text-, Bild-, Audio- und Videodaten generieren können, wurde jedoch nicht von der Absicht nach Verbesserungen im Design motiviert, ihr Zweck ist nicht die „gute“ oder gar „bessere“ Gestaltung. Es muss deshalb die Aufgabe von Designschaffenden sein, die neuen Möglichkeiten sowie die nachhaltigen Veränderungen, die mit ihnen einhergehen können, kritisch zu prüfen. So wie Designschaffende zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Aufgaben in einer sich durch die Industrialisierung verändernden Gesellschaft ausgehandelt und damit den Designberuf definiert haben, steht unsere Generation heute in der Verantwortung, sich mit der Rolle von Design in Zeiten von Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen. Dabei muss es zwingend darum gehen, die Umstände nicht nur zu Erneuern, sondern zu verbessern. Denn „[das] Moderne muss nicht immer neu sein, nicht unbedingt anders als das Alte; es muss, wenn es neu ist, besser sein als das Alte war“ (Renner 1948, S. 5).

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Gute Zeiten für schlechtes Design

  • Sebastian Klebe

摘要

Im „Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ (Zuboff 2025) haben Tech-Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt gebracht, dass die allgemeine Vorstellung von Gestaltung für immer verändern kann. Die Entwicklung von KI-Tools, die Text-, Bild-, Audio- und Videodaten generieren können, wurde jedoch nicht von der Absicht nach Verbesserungen im Design motiviert, ihr Zweck ist nicht die „gute“ oder gar „bessere“ Gestaltung. Es muss deshalb die Aufgabe von Designschaffenden sein, die neuen Möglichkeiten sowie die nachhaltigen Veränderungen, die mit ihnen einhergehen können, kritisch zu prüfen. So wie Designschaffende zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Aufgaben in einer sich durch die Industrialisierung verändernden Gesellschaft ausgehandelt und damit den Designberuf definiert haben, steht unsere Generation heute in der Verantwortung, sich mit der Rolle von Design in Zeiten von Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen. Dabei muss es zwingend darum gehen, die Umstände nicht nur zu Erneuern, sondern zu verbessern. Denn „[das] Moderne muss nicht immer neu sein, nicht unbedingt anders als das Alte; es muss, wenn es neu ist, besser sein als das Alte war“ (Renner 1948, S. 5).