Liberté, égalité, sororité – oder: von der Möglichkeit, Präsenz zu berühren
摘要
Der Beitrag analysiert „Portrait de la jeune fille en feu“ als ästhetisch-theologischen Reflexionsraum von Sehen, Berührung und Subjektwerdung. Ausgangspunkt ist die Metapher der ‚tabula rasa‘, die mit philosophischen und biblischen Schöpfungsmotiven verschränkt wird und den Film als ‚zweite Schöpfung‘ deutet. Im Zentrum steht eine feministisch informierte ‚Politik des Sehens‘, in der der Blick als reziproker, leiblich-sinnlicher Prozess verstanden wird, der Berührung ermöglicht, ohne das Gegenüber zu vereinnahmen. Der Film dekonstruiert dabei heteropatriarchale Bildordnungen und entwirft künstlerische Praxis als kollaborativen Prozess zwischen freien Subjekten. In der Verbindung von Wahrnehmung, Begehren und Erinnerung eröffnet er schließlich eine queere, utopische Perspektive auf Liebe und Erkenntnis unter den Bedingungen von Differenz und Entzug.