Der Text untersucht die Reaktionen der Soziologie auf die gesellschaftspolitischen Umbrüche der Jahre 1918/19, insbesondere im Hinblick auf die Imagination des Neuen Menschen als zentrales Thema der Zwischenkriegszeit. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob die sich damals konstituierende Fachdisziplin, repräsentiert durch Personen wie Rudolf Goldscheid, Max Adler, Ferdinand Tönnies, Paul Barth, Leopold von Wiese und Theodor Geiger, an diesem Diskurs beteiligt war oder sich dagegen zurückhielt. Die Analyse veranschaulicht, dass die Idee einer umfassenden Menschenerneuerung eine bedeutende Rolle in den politischen, sozialen und kulturellen Imaginationen der Zeit spielte und die Gesellschaftswissenschaft und ihre Vertreterinnen und Vertreter sowohl als Beobachtungs- sowie als aktive Mitgestaltungsinstanzen betrachtet werden können.

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Soziologische Reaktionen auf den Umbruch von 1918/19. Der Neue Mensch in der Gesellschaftstheorie

  • Alexander Wierzock

摘要

Der Text untersucht die Reaktionen der Soziologie auf die gesellschaftspolitischen Umbrüche der Jahre 1918/19, insbesondere im Hinblick auf die Imagination des Neuen Menschen als zentrales Thema der Zwischenkriegszeit. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob die sich damals konstituierende Fachdisziplin, repräsentiert durch Personen wie Rudolf Goldscheid, Max Adler, Ferdinand Tönnies, Paul Barth, Leopold von Wiese und Theodor Geiger, an diesem Diskurs beteiligt war oder sich dagegen zurückhielt. Die Analyse veranschaulicht, dass die Idee einer umfassenden Menschenerneuerung eine bedeutende Rolle in den politischen, sozialen und kulturellen Imaginationen der Zeit spielte und die Gesellschaftswissenschaft und ihre Vertreterinnen und Vertreter sowohl als Beobachtungs- sowie als aktive Mitgestaltungsinstanzen betrachtet werden können.