Ein Gespräch zwischen Georg Essen und Christoph Markschies in der Akademie der Wissenschaften über die Moderne
摘要
Das vorliegende Gespräch zwischen Georg Essen und Christoph Markschies entfaltet ein vielschichtiges theologisches und begriffsgeschichtliches Nachdenken über den Begriff der Moderne als Epoche, ihre Freiheitskonzeptionen und deren normative Bedeutung für die heutige Theologie. Ausgangspunkt ist Essens These von der Moderne als bleibendem Krisen- und Erkenntnishorizont der Theologie, und dessen Festhalten am Epochenbegriff der Moderne. Markschies prüft diese Annahmen historisch, betont den konstruktiven Charakter von Epochenbegriffen und verweist auf die Ambivalenz und Pluralität moderner Freiheitsdiskurse. Beide loten die Spannung zwischen deskriptiver und normativer Theologie aus und diskutieren den Begriff der „Dialektik der Freiheit“ im Lichte theologischer Anthropologie, insbesondere Augustins und der Reformation. Das Gespräch mündet in die Frage nach der normativen Geltung kirchlicher Traditionen und ihrer institutionellen Vermittlung.