Kirche als Mysterium
摘要
Der Beitrag nimmt Edward Bergers Film Konklave (2024) als Ausgangspunkt, um das Mysterium als ekklesiologische Deutungskategorie zu untersuchen. Anhand der begriffsgeschichtlichen Entwicklung und der Mysterientheologie Odo Casels wird gezeigt, dass der Mysterienbegriff nicht nur – wie gelegentlich angenommen – über ein Dynamisierungs- sondern auch ein Stabilisierungspotential verfügt. In den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils ist das Mysterium zwar mit Öffnungs- und Reformimpulsen verbunden, zu einer Überwindung der juridifizierten Kirchengestalt trägt der Begriff aber nicht bei. Der Aufsatz argumentiert daher, dass das Mysterium nicht als Gegenbegriff zur kirchlichen Verrechtlichung taugt, sondern die Ambivalenz von Öffnung und Schließung im Selbstverständnis der Kirche sichtbar macht.