Werdende Konstellation statt Identität. Theodor W. Adornos Kritik am Identitätszwang politisch-theologisch gelesen
摘要
Seit einigen Jahren nimmt die Politische Theologie im deutschsprachigen Raum nach einer längeren Durststrecke wieder an Fahrt auf, politisch-theologische Konzepte wie diejenigen von Johann Baptist Metz (2020), Jürgen Moltmann (1984, 2021) oder Dorothee Sölle (1978, 1982, 1987) werden wieder vermehrt rezipiert (Kreutzer 2017; Engel 2017; Grümme 2023). Das ist eine äußerst erfreuliche Entwicklung, weil damit sowohl die politische Relevanz des Christentums als auch die Bedeutung einer kritischen Perspektive auf theologische Positionen wie kirchliche Vollzüge und Strukturen in den Fokus theologischer Reflexion rücken. Dabei werden auch aktuelle Theoriekonzepte wie post- und dekoloniale Theologien oder intersektional ausgerichtete Theologien in gegenwärtige politisch-theologische Ansätze eingeschrieben. Auf diese Weise erfolgt eine wichtige Aktualisierung und Neuakzentuierung der tradierten politisch-theologischen Konzepte. Zugleich wird die bleibende Bedeutung der Charakteristika herausgestellt, durch die etwa Metz eine Theologie bestimmt hat, die sich ihrer gesellschaftlichen Aufgabe und Verantwortung bewusst ist.