Eine Befragung im Rahmen des EU-Projekts UniSAFE hat gezeigt, dass sexualisierte Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext keine Seltenheit darstellen. Mit der Veröffentlichung von Hochschulrichtlinien gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt positionieren sich Hochschulen aktiv gegen Grenzverletzungen. Die Benennung von Verfahrenswegen, die Etablierung von Präventionsmaßnahmen und Beratungs- und Beschwerdestrukturen kann dazu beitragen die Risiken von Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch zu verringern. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über das Vorhandensein von Richtlinien an den 20 untersuchten niedersächsischen Hochschulen, ihre Zielgruppen und Inhalte. Die qualitative Inhaltsanalyse zeigt, dass in den vorhandenen Richtlinien bereits einige Empfehlungen der bukof umgesetzt werden, wie z. B. die Benennung unterschiedlicher Zielgruppen und verschiedener Ansprechpersonen. Jedoch werden auch Verbesserungsbedarfe deutlich, so sollten beispielsweise Minderjährigen Personen explizit in den Richtlinien berücksichtigt werden und auf sowohl interne als auch externe Beratungsmöglichkeiten verwiesen werden. Außerdem wäre es wünschenswert das Verständnis von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt zu erweitern, sodass insbesondere auch Machtaspekte an Hochschulen Berücksichtigung finden.

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Hochschulrichtlinien gegen sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt – Eine Analyse an niedersächsischen Hochschulen

  • Alida Birke,
  • Mareike Daps,
  • Christin Sager

摘要

Eine Befragung im Rahmen des EU-Projekts UniSAFE hat gezeigt, dass sexualisierte Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext keine Seltenheit darstellen. Mit der Veröffentlichung von Hochschulrichtlinien gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt positionieren sich Hochschulen aktiv gegen Grenzverletzungen. Die Benennung von Verfahrenswegen, die Etablierung von Präventionsmaßnahmen und Beratungs- und Beschwerdestrukturen kann dazu beitragen die Risiken von Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch zu verringern. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über das Vorhandensein von Richtlinien an den 20 untersuchten niedersächsischen Hochschulen, ihre Zielgruppen und Inhalte. Die qualitative Inhaltsanalyse zeigt, dass in den vorhandenen Richtlinien bereits einige Empfehlungen der bukof umgesetzt werden, wie z. B. die Benennung unterschiedlicher Zielgruppen und verschiedener Ansprechpersonen. Jedoch werden auch Verbesserungsbedarfe deutlich, so sollten beispielsweise Minderjährigen Personen explizit in den Richtlinien berücksichtigt werden und auf sowohl interne als auch externe Beratungsmöglichkeiten verwiesen werden. Außerdem wäre es wünschenswert das Verständnis von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt zu erweitern, sodass insbesondere auch Machtaspekte an Hochschulen Berücksichtigung finden.