Behinderung als Forschungsgegenstand
摘要
Dieses Kapitel etabliert Behinderung als performativ hergestellte diskursive Kategorie, die durch Disability Studies und Foucaults Biomacht-Konzept theoretisch fundiert wird. Disability Studies kritisieren medizinische Homogenisierungen und entwickelten das soziale Modell (Trennung von impairment/disability) sowie das kulturelle Modell, das Behinderung als diskursives Konstrukt zur Konstituierung von Normalität begreift. Foucaults Biomacht zeigt, wie moderne Staatsmacht durch Normierung von normal/anormal produktive Subjektivationen schafft. Diese theoretischen Perspektiven ermöglichen eine dekonstruktive Analyse der diskursiven Praktiken, die Behinderung nicht als natürliche Gegebenheit, sondern als Effekt sozialer Sinnstiftung und Machtverhältnisse fasst. Sprache wird dabei als performatives Medium verstanden, das Wirklichkeiten von Behinderung erst hervorbringt und stabilisiert.