Natur, Landschaft und Lebensbezug
摘要
Der vorliegende Aufsatz ist der Begründung und Weiterentwicklung einer Wissenschaftstheorie der Architektur gewidmet. Die menschliche Lebenspraxis enthält, so die These, alle Erfahrungen und Einsichten, um das Wohnen, Entwerfen und Bauen des Menschen in einem guten Sinne auszurichten. Natur und Landschaft sind Weltphänomene, von denen umgeben und in die verstrickt der Mensch sein Leben führt. Wie aber erkennt die Wissenschaft deren Bedeutsamkeit für ein gutes und gelingendes Leben? Es sind Artikulations- und Darstellungsformen der sinnlichen Erfahrung, die ihr zeigen, dass die natürlichen Dinge den Menschen in seiner Welt etwas angehen. Kant hat in der reflektierenden Urteilskraft eine lebensweltliche Erkenntnisform begründet, die nicht der Verstand bestimmt, sondern die die leibliche Erfahrung erbringt. Aufbewahrt und verstehbar werden solche praktischen Erkenntnisse aus Begegnungen mit Weltlichem als ästhetische Erfahrungen. Für eine hermeneutische Architektur- und Landschaftswissenschaft stellt sich hier das Problem des angemessenen methodischen Umgangs mit oftmals in Geschichten und Erzählungen aufbewahrten ästhetischen Erfahrungen.