Architektur und Lebenschancen – konzeptionelle Überlegungen unter Verwendung von Poppers Drei-Welten-Theorie
摘要
Der vorliegende Beitrag gliedert in Anschluss an die Drei-Welten-Theorie Karl Poppers analytisch in die materielle Welt 1, die bewusstseinsinterne Welt 2 und die Welt 3 der kulturellen Gehalte und überträgt diese Gliederung auf Räume, Landschaften und Gebäude. Davon ausgehend wird untersucht, wie sich Architektur auf Lebenschancen auswirkt. Dabei greifen wir auf das Verständnis von Ralf Dahrendorf zurück, das weiter ausdifferenziert wird. Zentral wird dabei die bei Dahrendorf konzeptionell unterbelichtete Leibgebundenheit des Menschen. Architektur wirkt dabei, indem sie Optionen schafft (etwa infolge des Schutzes vor Witterung), sie schafft und ist Ausdruck von leibvermittelten sozialen Ligaturen, da sie Kontingenz von Raumnutzung einschränkt. Sie wirkt auf die Alltagswelt von Menschen intensiv und dauerhaft ein. Insofern ist der Bedarf an ethischer Reflexion hier besonders hoch.