Um qualitative Forschung erfolgreich durchzuführen, sind verschiedene Kenntnisse und Fähigkeiten notwendig. Dazu gehören unter anderem und neben einer grundlegenden Methodenausbildung, ein Interesse an Prozessen und ihren Bedeutungen, welches über Ursache- und Wirkungskausalitäten hinausgeht, die Fähigkeit kritische Fragen zu formulieren, Dinge nicht als unumstößlich anzusehen, sondern zu hinterfragen, warum sie auf diese Weise existieren und wie sie auch anders sein könnten, die Fähigkeit des aktiven Zuhörens, mit deren Hilfe man gleichzeitig aufmerksam inhaltlich zuhören sowie kritisch über das Gesagte nachdenken können muss, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und sensible Interaktionsfertigkeiten, die dazu beitragen, eine vertrauensvolle Beziehung mit den Studienteilnehmenden aufzubauen. Darüber hinaus ist es selbstverständlich wichtig zu wissen, wo die substanziellen Unterschiede zwischen qualitativer und quantitativer Forschung sowie zwischen den verschiedenen Forschungsparadigmen liegen. Auch die Transkription, also die Überführung von Daten in die Schrift- bzw. Textform, ist ein wichtiger Bestandteil des qualitativen „Werkzeugkastens“, denn erst das Übertragen des Gesprochenen in die Schriftform, macht die Audio- oder auch Videodaten für die Auswertung in textlicher Form verfügbar. Transkriptionen bilden also zumeist die Grundlage für die Auswertung qualitativer Daten. Sie dienen zudem der Transparenz und Nachvollziehbarkeit und somit der Güte der qualitativen Forschungsarbeit. Unabhängig von der gewählten Auswertungsmethode folgt in den meisten Fällen anschließend die Analyse des Datenmaterials im ersten Schritt durch ein tiefes Eintauchen in die Daten. Daran anknüpfend folgt oft die Kodierung des Datenmaterials. Grundsätzlich können zwei Arten des Kodierens – das deduktive und das induktive Kodieren – unterschieden werden. Die Kodes selbst können unterschieden werden in inhaltlich-semantische sowie latente Kodes. Auch die Frage der Generalisierbarkeit qualitativer Ergebnisse ist wichtig für das wissenschaftliche Vorgehen. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang, dass dargestellt wird, auf Grundlage welcher methodischen Prozeduren bzw. mit welchen Auswertungsschritten diese Verallgemeinerungen vorgenommen wurden. Daher ist im Vorfeld der Studie das Generalisierungsziel zu benennen und i. d. R. auch zu begrenzen. Für Fragen der theoretischen Generalisierung ist nicht die Größe des Samples entscheidend. Es geht dabei weniger um die Zahl der untersuchten Fälle als vielmehr um deren Unterschiedlichkeit im Sinne der maximalen Variation.

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Strategien qualitativ-analytischen Denkens in Erhebung und Datenauswertung

  • Laura Hoffmann,
  • Heike Ohlbrecht

摘要

Um qualitative Forschung erfolgreich durchzuführen, sind verschiedene Kenntnisse und Fähigkeiten notwendig. Dazu gehören unter anderem und neben einer grundlegenden Methodenausbildung, ein Interesse an Prozessen und ihren Bedeutungen, welches über Ursache- und Wirkungskausalitäten hinausgeht, die Fähigkeit kritische Fragen zu formulieren, Dinge nicht als unumstößlich anzusehen, sondern zu hinterfragen, warum sie auf diese Weise existieren und wie sie auch anders sein könnten, die Fähigkeit des aktiven Zuhörens, mit deren Hilfe man gleichzeitig aufmerksam inhaltlich zuhören sowie kritisch über das Gesagte nachdenken können muss, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und sensible Interaktionsfertigkeiten, die dazu beitragen, eine vertrauensvolle Beziehung mit den Studienteilnehmenden aufzubauen. Darüber hinaus ist es selbstverständlich wichtig zu wissen, wo die substanziellen Unterschiede zwischen qualitativer und quantitativer Forschung sowie zwischen den verschiedenen Forschungsparadigmen liegen. Auch die Transkription, also die Überführung von Daten in die Schrift- bzw. Textform, ist ein wichtiger Bestandteil des qualitativen „Werkzeugkastens“, denn erst das Übertragen des Gesprochenen in die Schriftform, macht die Audio- oder auch Videodaten für die Auswertung in textlicher Form verfügbar. Transkriptionen bilden also zumeist die Grundlage für die Auswertung qualitativer Daten. Sie dienen zudem der Transparenz und Nachvollziehbarkeit und somit der Güte der qualitativen Forschungsarbeit. Unabhängig von der gewählten Auswertungsmethode folgt in den meisten Fällen anschließend die Analyse des Datenmaterials im ersten Schritt durch ein tiefes Eintauchen in die Daten. Daran anknüpfend folgt oft die Kodierung des Datenmaterials. Grundsätzlich können zwei Arten des Kodierens – das deduktive und das induktive Kodieren – unterschieden werden. Die Kodes selbst können unterschieden werden in inhaltlich-semantische sowie latente Kodes. Auch die Frage der Generalisierbarkeit qualitativer Ergebnisse ist wichtig für das wissenschaftliche Vorgehen. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang, dass dargestellt wird, auf Grundlage welcher methodischen Prozeduren bzw. mit welchen Auswertungsschritten diese Verallgemeinerungen vorgenommen wurden. Daher ist im Vorfeld der Studie das Generalisierungsziel zu benennen und i. d. R. auch zu begrenzen. Für Fragen der theoretischen Generalisierung ist nicht die Größe des Samples entscheidend. Es geht dabei weniger um die Zahl der untersuchten Fälle als vielmehr um deren Unterschiedlichkeit im Sinne der maximalen Variation.