Für eine alltagsnahe Beschreibung von medienbezogenem Handeln hat sich eine repertoireorientierte Perspektive bewährt. Diese ist gekennzeichnet erstens durch eine subjekt-zentrierte Sicht auf Mediennutzung: Zu erfassen ist, was aus der Sicht der Nutzerinnen und Nutzer relevant ist. Sie ist zweitens auf Vollständigkeit ausgerichtet: Zu erfassen ist die gesamte Breite der genutzten Medien. Und drittens lenkt sie die Aufmerksamkeit darauf, wie verschiedene Nutzungspraktiken einander ergänzen und so zusammen ein für die Handelnden sinnvolles Repertoire ergeben: Zu erfassen ist, in welchem Verhältnis die Bestandteile eines Repertoires zueinander stehen. Repertoireorientierte Untersuchungen stellen an die Datenerhebung spezifische Anforderungen: die Identifizierung der subjektiv relevanten Bestandteile des Repertoires, die Beschreibung der Art, wie diese Bestandteile genutzt werden, sowie die Erfassung der Beziehungen zwischen den verschiedenen Bestandteilen des Repertoires. Mit Blick auf diese Anforderungen stellt dieser Beitrag Sortierverfahren im Allgemeinen und kontextualisierte Repertoirekarten im Besonderen als Verfahren zur Erfassung von Medienrepertoires vor. Bei kontextualisierten Repertoirekarten handelt es sich um eine Unterform ego-zentrierter Netzwerkkarten. Neben einer Visualisierung komplexer Muster der Mediennutzung liefern sie durch zusätzliche qualitative Interviews und teilnehmende Beobachtungen relevante kontextbezogene Informationen zur Einbettung dieser Muster in den Alltag. Am Beispiel einer Studie zur Nachrichtennutzung werden Möglichkeiten und Grenzen dieser Form von Sortierverfahren in der Mediennutzungsforschung diskutiert.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Sortiermethoden zur Erforschung von Medienrepertoires: Kontextualisierte Repertoirekarten

  • Lisa Merten,
  • Uwe Hasebrink

摘要

Für eine alltagsnahe Beschreibung von medienbezogenem Handeln hat sich eine repertoireorientierte Perspektive bewährt. Diese ist gekennzeichnet erstens durch eine subjekt-zentrierte Sicht auf Mediennutzung: Zu erfassen ist, was aus der Sicht der Nutzerinnen und Nutzer relevant ist. Sie ist zweitens auf Vollständigkeit ausgerichtet: Zu erfassen ist die gesamte Breite der genutzten Medien. Und drittens lenkt sie die Aufmerksamkeit darauf, wie verschiedene Nutzungspraktiken einander ergänzen und so zusammen ein für die Handelnden sinnvolles Repertoire ergeben: Zu erfassen ist, in welchem Verhältnis die Bestandteile eines Repertoires zueinander stehen. Repertoireorientierte Untersuchungen stellen an die Datenerhebung spezifische Anforderungen: die Identifizierung der subjektiv relevanten Bestandteile des Repertoires, die Beschreibung der Art, wie diese Bestandteile genutzt werden, sowie die Erfassung der Beziehungen zwischen den verschiedenen Bestandteilen des Repertoires. Mit Blick auf diese Anforderungen stellt dieser Beitrag Sortierverfahren im Allgemeinen und kontextualisierte Repertoirekarten im Besonderen als Verfahren zur Erfassung von Medienrepertoires vor. Bei kontextualisierten Repertoirekarten handelt es sich um eine Unterform ego-zentrierter Netzwerkkarten. Neben einer Visualisierung komplexer Muster der Mediennutzung liefern sie durch zusätzliche qualitative Interviews und teilnehmende Beobachtungen relevante kontextbezogene Informationen zur Einbettung dieser Muster in den Alltag. Am Beispiel einer Studie zur Nachrichtennutzung werden Möglichkeiten und Grenzen dieser Form von Sortierverfahren in der Mediennutzungsforschung diskutiert.