Der vorliegende Beitrag untersucht die Bedeutung von Narration als pädagogisches Instrument und Wirkfaktor im hybriden und virtuellen Designstudio. Ausgehend von der historischen Entwicklung des Atelierprinzips wird analysiert, wie narrative Praktiken im Online- und Fernstudium Designlernen ermöglichen und vertiefen. Im Wintersemester 2024/2025 wurden teilstrukturierte Interviews mit Fernstudierenden geführt und durch Tagebuch- und Bildmaterial ergänzt. Die Auswertung erfolgte deduktiv entlang vier theoretisch begründeter Kategorien: 1) Soziale und räumliche Nähe, 2) Kompetenzkonstruktion, 3) Habituserweiterung und 4) Anwendungssimulation. Die Ergebnisse zeigen, dass Narrationen in digitalen Räumen über auditiv vermittelte „Hörweiten“ soziale Nähe herstellen, durch narrative Reflexion sowohl individuell als auch kooperativ fachliche Kompetenzen konstruieren, durch narrative Reflexion von Denk- und Handlungsmustern erweitern und schließlich in narrativen Szenarien im „safe space“ professionelles Rollenhandeln antizipieren lassen. Das hybride Atelier erweist sich dabei nicht als bloße Mischform physischer und virtueller Räume, sondern als integriertes Lernökosystem, in dem narrative Dialoge als treibende Kraft für Wissenskonstruktion und Identitätsbildung fungieren. Abschließend betont die Studie die Notwendigkeit, die ethischen Implikationen narrativer Methoden kritisch zu reflektieren und ihr Potenzial systematisch in gestaltungspädagogische Konzepte zu integrieren, um reflexive, partizipative und selbststrukturierte Lernprozesse im Design-Fernstudium nachhaltig zu fördern.

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Narrationen als Wirkungs- und Gelingensfaktoren im Online-Designstudium

  • Andreas Lanig

摘要

Der vorliegende Beitrag untersucht die Bedeutung von Narration als pädagogisches Instrument und Wirkfaktor im hybriden und virtuellen Designstudio. Ausgehend von der historischen Entwicklung des Atelierprinzips wird analysiert, wie narrative Praktiken im Online- und Fernstudium Designlernen ermöglichen und vertiefen. Im Wintersemester 2024/2025 wurden teilstrukturierte Interviews mit Fernstudierenden geführt und durch Tagebuch- und Bildmaterial ergänzt. Die Auswertung erfolgte deduktiv entlang vier theoretisch begründeter Kategorien: 1) Soziale und räumliche Nähe, 2) Kompetenzkonstruktion, 3) Habituserweiterung und 4) Anwendungssimulation. Die Ergebnisse zeigen, dass Narrationen in digitalen Räumen über auditiv vermittelte „Hörweiten“ soziale Nähe herstellen, durch narrative Reflexion sowohl individuell als auch kooperativ fachliche Kompetenzen konstruieren, durch narrative Reflexion von Denk- und Handlungsmustern erweitern und schließlich in narrativen Szenarien im „safe space“ professionelles Rollenhandeln antizipieren lassen. Das hybride Atelier erweist sich dabei nicht als bloße Mischform physischer und virtueller Räume, sondern als integriertes Lernökosystem, in dem narrative Dialoge als treibende Kraft für Wissenskonstruktion und Identitätsbildung fungieren. Abschließend betont die Studie die Notwendigkeit, die ethischen Implikationen narrativer Methoden kritisch zu reflektieren und ihr Potenzial systematisch in gestaltungspädagogische Konzepte zu integrieren, um reflexive, partizipative und selbststrukturierte Lernprozesse im Design-Fernstudium nachhaltig zu fördern.