Howard S. Beckers erste eigene Monografie Outsiders. Studies in the Sociology of Deviance macht eine Karriere, wie sie wissenschaftlichen Büchern nur selten gelingt. Als das Buch 1963 erscheint, hat es bereits eine 15-jährige Entstehungsgeschichte hinter sich und wird seither gelesen, diskutiert, kritisiert und weiterentwickelt. Zunächst wird auf die „Größe der Häresie“ des Werkes hingewiesen (Matza [1969] 1973, S. 117), bald gilt es als „bahnbrechend“ (Joas und Knöbl 2010, S. 130) und „revolutionär“ (Dellwing 2014, S. VII) und wird in den Kanon der „Hauptwerke der Soziologie“ aufgenommen (Maeder 2007). Die über 60 Jahre hinweg andauernde Rezeption verdankt sich dabei mehreren Umständen: Einerseits treten die darin enthaltenen Thesen seinerzeit eine Kontroverse los, die ungefähr zehn Jahre lang anhält und bis heute vielsagende Rückschlüsse auf die damaligen soziologischen Theoriediskussionen und auf das Zeitgeschehen selbst erlaubt. Andererseits gilt die Studie bis heute als paradigmatischer Beitrag zum sogenannten labeling approach (auf Deutsch als Etikettierungstheorie bekannt geworden), der zu den zentralen Ansätzen der Soziologie abweichenden Verhaltens gehört und auch darüber hinaus Wirkung entfaltet hat.

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Repertoire II: Devianzsoziologie

  • Dagmar Danko

摘要

Howard S. Beckers erste eigene Monografie Outsiders. Studies in the Sociology of Deviance macht eine Karriere, wie sie wissenschaftlichen Büchern nur selten gelingt. Als das Buch 1963 erscheint, hat es bereits eine 15-jährige Entstehungsgeschichte hinter sich und wird seither gelesen, diskutiert, kritisiert und weiterentwickelt. Zunächst wird auf die „Größe der Häresie“ des Werkes hingewiesen (Matza [1969] 1973, S. 117), bald gilt es als „bahnbrechend“ (Joas und Knöbl 2010, S. 130) und „revolutionär“ (Dellwing 2014, S. VII) und wird in den Kanon der „Hauptwerke der Soziologie“ aufgenommen (Maeder 2007). Die über 60 Jahre hinweg andauernde Rezeption verdankt sich dabei mehreren Umständen: Einerseits treten die darin enthaltenen Thesen seinerzeit eine Kontroverse los, die ungefähr zehn Jahre lang anhält und bis heute vielsagende Rückschlüsse auf die damaligen soziologischen Theoriediskussionen und auf das Zeitgeschehen selbst erlaubt. Andererseits gilt die Studie bis heute als paradigmatischer Beitrag zum sogenannten labeling approach (auf Deutsch als Etikettierungstheorie bekannt geworden), der zu den zentralen Ansätzen der Soziologie abweichenden Verhaltens gehört und auch darüber hinaus Wirkung entfaltet hat.