Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung
摘要
Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung beschreibt „die systematische Ermittlung und Bewertung relevanter Gefährdungen der Beschäftigten mit dem Ziel, die erforderlichen Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit festzulegen“. Mit Hilfe der Gefährdungsbeurteilung wird es möglich, arbeitsbedingte Belastungsfaktoren rechtzeitig zu erkennen und ihnen im Sinne einer prospektiven Arbeitsgestaltung entgegenzusteuern (BAuA, 2014). Damit stellt die Gefährdungsbeurteilung eine transparente und nachvollziehbare Bewertung von möglichen mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen dar (Neuner, 2016). Übergeordnetes Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist es, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass potentielle Gefährdungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Beschäftigten in der Entstehung ausgeschaltet oder verbleibende Gefährdungsrisiken möglichst reduziert werden (§ 4 ArbSchG) (GDA, 2022). Im folgenden Kapitel werden zunächst allgemeine arbeitswissenschaftliche Begriffe definiert, der regulative Rahmen des Arbeitsschutzsystems dargestellt sowie der Prozess der Gefährdungsbeurteilung beschrieben. Anschließend werden verschiedene Verfahrensansätze zur Erfassung psychischer Belastung vorgestellt und deren Stärken und Schwächen für das weitere methodische Vorgehen reflektiert. Ziel des vorliegenden Kapitels ist es, zentrale begriffliche, methodische und konzeptionelle Grundlagen der Gefährdungsbeurteilung umfassend darzulegen. Nicht zuletzt soll der Fragestellung nachgegangen werden, inwieweit interaktionsspezifische Gefährdungen bereits in gesetzlichen Regelungen, einschlägigen Empfehlungen oder bestehenden Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung adressiert werden.