Im Beitrag wird die Unterrichtsentwicklung im Kontext eines Schulversuchs – der Universitätsschule Dresden (USD) – im Austausch zwischen schulischer und wissenschaftlicher Leitung untersucht. Unterrichtsentwicklung wird dabei als gemeinschaftlicher Prozess verschiedener schulischer Akteur:innen verstanden, um Lernformate – im Fall der USD die beiden Kernelemente Projektarbeit und Selbstreguliertes Lernen (SRL) – zu gestalten, wobei explizit die organisatorischen Bedingungen von Schule berücksichtigt werden. Das verwendete Datenmaterial besteht aus Chat- und insbesondere Audionachrichten zwischen der schulischen und wissenschaftlichen Leitung aus den Jahren 2020 und 2023. Diese Daten ermöglichen einen authentischen Einblick in die alltägliche Kommunikation und werden inhaltsanalytisch entlang der diskutierten Themenfelder der Unterrichtsentwicklung charakterisiert: Lernformate, Lernprozessbegleitung, Digitalisierung, Rhythmisierung und Inklusion. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unterrichtsentwicklung als ein dynamischer Prozess zu verstehen ist, der maßgeblich von der Leitung vorstrukturiert wird und die organisatorischen Rahmenbedingungen für Unterrichtsentwicklung durch Lehrerinnen und Lehrer schafft. Das pädagogische Konzept der USD dient dabei als Leitlinie. In der Ausgestaltung des Konzepts in der schulischen Praxis treffen die Leitungen auf Herausforderungen, besonders in Bezug auf: weitere Akteur:innen (Lehrkräfte, Eltern), die technische Infrastruktur, die Zusammenarbeit mit translokalen Akteur:innen (Schulaufsicht) sowie systemische Anforderungen (z. B. Notengebung). Der intensive Austausch zwischen der schulischen und der wissenschaftlichen Leitung dient als Beispiel für eine Research-Practice Partnership.

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Unterrichtsentwicklung als ko-konstruktiver Prozess von wissenschaftlicher und schulischer Leitung

  • Matthias Ritter,
  • Anke Langner,
  • Anna Weigel

摘要

Im Beitrag wird die Unterrichtsentwicklung im Kontext eines Schulversuchs – der Universitätsschule Dresden (USD) – im Austausch zwischen schulischer und wissenschaftlicher Leitung untersucht. Unterrichtsentwicklung wird dabei als gemeinschaftlicher Prozess verschiedener schulischer Akteur:innen verstanden, um Lernformate – im Fall der USD die beiden Kernelemente Projektarbeit und Selbstreguliertes Lernen (SRL) – zu gestalten, wobei explizit die organisatorischen Bedingungen von Schule berücksichtigt werden. Das verwendete Datenmaterial besteht aus Chat- und insbesondere Audionachrichten zwischen der schulischen und wissenschaftlichen Leitung aus den Jahren 2020 und 2023. Diese Daten ermöglichen einen authentischen Einblick in die alltägliche Kommunikation und werden inhaltsanalytisch entlang der diskutierten Themenfelder der Unterrichtsentwicklung charakterisiert: Lernformate, Lernprozessbegleitung, Digitalisierung, Rhythmisierung und Inklusion. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unterrichtsentwicklung als ein dynamischer Prozess zu verstehen ist, der maßgeblich von der Leitung vorstrukturiert wird und die organisatorischen Rahmenbedingungen für Unterrichtsentwicklung durch Lehrerinnen und Lehrer schafft. Das pädagogische Konzept der USD dient dabei als Leitlinie. In der Ausgestaltung des Konzepts in der schulischen Praxis treffen die Leitungen auf Herausforderungen, besonders in Bezug auf: weitere Akteur:innen (Lehrkräfte, Eltern), die technische Infrastruktur, die Zusammenarbeit mit translokalen Akteur:innen (Schulaufsicht) sowie systemische Anforderungen (z. B. Notengebung). Der intensive Austausch zwischen der schulischen und der wissenschaftlichen Leitung dient als Beispiel für eine Research-Practice Partnership.