Das Gleichgewicht zwischen Autonomie und Unterstützung: Der Capability-Approach als Rahmen für die ethische Integration von KI in der Sozialen Arbeit
摘要
Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Soziale Arbeit stellt bedeutende ethische Herausforderungen dar. Dieses Kapitel entwickelt einen systematischen ethischen Analyserahmen, der den Amartya Sen (1984, 1985, 1993, 1999) und Martha Nussbaum (1997, 2003, 2015) mit den ethischen Prinzipien der Sozialen Arbeit verbindet. Der Capability Approach oder Ansatz der Verwirklichungschancen fokussiert auf die Erweiterung realer Verwirklichungschancen und sozialer Gerechtigkeit, während die Berufskodizes des Deutschen Berufsverbands für Soziale Arbeit (DBSH, 2014) und des Schweizer Berufsverbands Avenir Social (2010) konkrete Leitlinien für die berufsethische Praxis bieten. Durch die Kombination dieser Perspektiven werden zentrale ethische Fragestellungen im Umgang mit KI in der Sozialen Arbeit adressiert. Dabei werden Themen wie Macht, Diskriminierung, Fairness, Transparenz und professionelle Verantwortung untersucht, um zu gewährleisten, dass KI-Systeme die Autonomie und Würde der Adressaten und Adressatinnen respektieren und die Handlungsspielräume von Fachkräften nicht einschränken. Es wird aufgezeigt, wie KI-Technologien in die Praxis der Sozialen Arbeit integriert werden können, um zu mehr sozialer Gerechtigkeit beizutragen und gleichzeitig ethische Grundsätze zu wahren.