Kompetenzen für die Soziale Arbeit der Zukunft: Fach- und Führungskräfte im KI-Zeitalter
摘要
Dieses Kapitel entwickelt einen Kompetenzrahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Sozialen Arbeit. Basierend auf dem europäischen Digital Competence Framework (DigComp 2.2) (Vuorikari et al., 2022) sowie verschiedenen theoretischen Zugängen, die im Rahmen dieses Buches diskutiert werden, wird eine mehrdimensionale KI-Kompetenzmatrix vorgestellt, die technische, professionsspezifische und reflexive Anforderungen integriert. Zentrale Dimensionen sind reflexive Professionalität (Heiner, 2012; Schön, 1979), adaptives Handeln angesichts technologischer Beschleunigung (Rosa, 2013, 2017) sowie eine Ermächtigungsorientierung im Sinne des Capability-Ansatzes (Sen, 1992, 1999; Nussbaum, 2000, 2015). Ergänzend berücksichtigt der Rahmen organisationale Bedingungen auf Grundlage neo-institutionalistischer Perspektiven (DiMaggio & Powell, 1983) und partizipative Gestaltungsideen aus der Social Construction of Technology (Bijker et al., 1987). Die Akteur-Netzwerk-Theorie (Latour, 1987, 2005; Callon & Law, 1995) versteht KI als Teil sozial-technischer Netzwerke, die professionelle Praxis mitprägen. Die Figurationstheorie (Elias, 1976, 1987, 2006) verdeutlicht veränderte Beziehungsdynamiken in der Mensch-Technik-Interaktion. Die Matrix differenziert Kompetenzniveaus – von grundlegenden bis hochspezialisierten Fähigkeiten – und bezieht die Anforderungen unterschiedlicher Handlungsfelder ein. Besondere Aufmerksamkeit gilt regulatorischen Vorgaben, insbesondere der EU KI-Verordnung, sowie der Förderung reflexiver Professionalität. Das Kapitel schließt mit Implikationen für Aus- und Weiterbildung sowie der Identifikation künftiger Forschungsbedarfe. Der entwickelte Rahmen bietet eine systematische Grundlage für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit im digitalen Wandel.