Die dynamische Dimension von Sprache – vom Vergleich von Diskurstheorien als Grundlage zu Überlegungen zur Erweiterung der Vokabulartheorie
摘要
In diesem Kapitel knüpfen wir an das Bestreben an, eine Integration (oder Redeskription) von mehr-als-repräsentationalistischen Ansätzen zu fördern, denn „Rorty möchte viele der leidenschaftlich diskutierten philosophischen Ab- und Ausgrenzungen überwinden, um die eine, entscheidende Grenze schärfer herauszustellen, nämlich die zur fundamentalistischen Philosophie. Er versucht daher, die unterschiedlichen anti-fundamentalistischen Ansätze zu einer vielstimmigen und pluralistischen Gruppe der good guys zu vereinen“ (Deines 2023, S. 382), um diese gegen Repräsentationalisten in Stellung zu bringen. Mit diesem Ansinnen setzte er sich intensiv mit poststrukturalistischem Denken auseinander (im Folgenden erst Foucault, Laclau und Mouffe, später Derrida), das stark anti-repräsentationalistisch wie auch sprachphilosophisch geprägt war, mit ambivalentem Ergebnis (Deines 2023), wie auch im Folgenden deutlich werden wird. Jedoch zeigt sich eine deutlich hervortretende Grenze der Gemeinsamkeiten zwischen Poststrukturalismus und Rortys Neopragmatismus „aber insbesondere im Denken des Politischen: Während Rorty die politische Theorie und akademische Linke durch die Verstrickungen in eine unproduktive ‚Über-Philosophisierung‘ limitiert sieht […], der man durch einen beherzten liberalen Ethnozentrismus und die nonchalante Akzeptanz der Trennung von privat und öffentlich entkommen kann, hält die postmodern und dekonstruktiv inspirierte Theorie Rorty für ideologisch blind, da er die machtdurchsetzten und eingrenzenden Konstitutionsbedingungen übersehe, die auch seine eigene Position und seine eigenen Unterscheidungen prägen“ (Deines 2023, S. 395). Was trotz dieses ambivalenten Ergebnisses post-strukturalistische Überlegungen für eine Operationalisierung von Rortys Denken (und anderer Neopragmatisten) für die Sozial- und Raumforschung interessant macht, ist nicht zuletzt die bereits erfolgte Umsetzung post-strukturalistischer Theorie in die Empirie in diesen fachlichen Kontexten (etwa: Diaz-Bone 2010; Glasze und Mattissek 2009; Leibenath und Otto 2013; Weber 2018).