Der Beitrag geht von der Annahme aus, dass Schulentwicklung als relationales Geschehen aufeinander bezogener und angewiesener Akteur:innen stattfindet. Mit der Fokussierung auf Relationalität wird die Absicht verfolgt, die im Kontext der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung geltend gemachte Kritik am Akteurskonzept für die Schulentwicklungsforschung weiter zu denken. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag exemplarisch, wie Akteurschaft für Schüler:innen möglich und nötig wird. Stark gemacht wird dafür ein praxis-, anerkennungs- und subjektivierungstheoretisch gedachtes Verständnis von Bourdieus Begriff der Komplizenschaft. Der Beitrag diskutiert, wie die gedachte Orientierung der Schule an zugeschriebenen Lern- und Entwicklungsbedürfnissen mit einer entsprechenden Orientierung der Schüler:innen verschränkt ist: Wie bringen Schüler:innen sich zu eben diesem Erwartungshorizont in Passung? Und wie werden und bleiben sie auf diese Weise (an)erkennbar? Exemplarisch erläutert wird diese Figuration der Schüler:innen als „mitspielende Kompliz:innen“ am Beispiel des reformpädagogischen Schulversuchs PRIMUS.

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„Mitspielende Kompliz:innen“. Überlegungen zur Teilnahme von Schüler:innen an reformpädagogischer Schulentwicklung

  • Till-Sebastian Idel,
  • Christina Huf

摘要

Der Beitrag geht von der Annahme aus, dass Schulentwicklung als relationales Geschehen aufeinander bezogener und angewiesener Akteur:innen stattfindet. Mit der Fokussierung auf Relationalität wird die Absicht verfolgt, die im Kontext der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung geltend gemachte Kritik am Akteurskonzept für die Schulentwicklungsforschung weiter zu denken. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag exemplarisch, wie Akteurschaft für Schüler:innen möglich und nötig wird. Stark gemacht wird dafür ein praxis-, anerkennungs- und subjektivierungstheoretisch gedachtes Verständnis von Bourdieus Begriff der Komplizenschaft. Der Beitrag diskutiert, wie die gedachte Orientierung der Schule an zugeschriebenen Lern- und Entwicklungsbedürfnissen mit einer entsprechenden Orientierung der Schüler:innen verschränkt ist: Wie bringen Schüler:innen sich zu eben diesem Erwartungshorizont in Passung? Und wie werden und bleiben sie auf diese Weise (an)erkennbar? Exemplarisch erläutert wird diese Figuration der Schüler:innen als „mitspielende Kompliz:innen“ am Beispiel des reformpädagogischen Schulversuchs PRIMUS.