Der Sammelband analysiert den Personalmangel in der Sozialen Arbeit nicht als bloßes quantitatives Defizit, sondern als Symptom eines umfassenden Strukturversagens mit weitreichenden Folgen für Fachlichkeit, Qualität und gesellschaftliche Verantwortung. Die Beiträge aus verschiedenen Arbeitsfeldern zeigen eine flächendeckende, chronische Unterbesetzung, die zu Überlastung, Wissensverlust und einem Rückgang kollegialer Strukturen führt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Reflexivität und ethische Urteilsfähigkeit – zentrale Elemente professionellen Handelns – unter den prekären Bedingungen zunehmend gefährdet sind. Standardisierungsstrategien, eine fragmentierte Ausbildungslandschaft und die fehlende statistische Erfassung vieler Arbeitsfelder verschärfen die Situation zusätzlich. Die Folgen reichen von der Erosion institutionellen Vertrauens bis hin zu einer De-Professionalisierung auf struktureller Ebene. Der Band plädiert für einen systemischen Neuentwurf Sozialer Arbeit, der qualifikationsgesicherte Standards, rechtlich abgesicherte Personalschlüssel und eine gesellschaftliche Verständigung über die Zukunft des Sozialen einschließt. Der gegenwärtige Personalmangel erscheint dabei als Kipppunkt – und als mögliche Chance für eine Neuverhandlung professioneller Infrastrukturen.

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Zwischen Systemversagen und Handlungsethik: Was der Personalmangel in der Sozialen Arbeit über unsere Gesellschaft verrät

  • Nikolaus Meyer,
  • Elke Alsago,
  • Rita Braches-Chyrek

摘要

Der Sammelband analysiert den Personalmangel in der Sozialen Arbeit nicht als bloßes quantitatives Defizit, sondern als Symptom eines umfassenden Strukturversagens mit weitreichenden Folgen für Fachlichkeit, Qualität und gesellschaftliche Verantwortung. Die Beiträge aus verschiedenen Arbeitsfeldern zeigen eine flächendeckende, chronische Unterbesetzung, die zu Überlastung, Wissensverlust und einem Rückgang kollegialer Strukturen führt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Reflexivität und ethische Urteilsfähigkeit – zentrale Elemente professionellen Handelns – unter den prekären Bedingungen zunehmend gefährdet sind. Standardisierungsstrategien, eine fragmentierte Ausbildungslandschaft und die fehlende statistische Erfassung vieler Arbeitsfelder verschärfen die Situation zusätzlich. Die Folgen reichen von der Erosion institutionellen Vertrauens bis hin zu einer De-Professionalisierung auf struktureller Ebene. Der Band plädiert für einen systemischen Neuentwurf Sozialer Arbeit, der qualifikationsgesicherte Standards, rechtlich abgesicherte Personalschlüssel und eine gesellschaftliche Verständigung über die Zukunft des Sozialen einschließt. Der gegenwärtige Personalmangel erscheint dabei als Kipppunkt – und als mögliche Chance für eine Neuverhandlung professioneller Infrastrukturen.