Wechselwirkungen zwischen MSL-Anstieg, Tide und Morphodynamik am Beispiel der Deutschen Bucht
摘要
MeeresspiegelanstiegTidedynamik und Morphologie verändern sich als Folge großräumiger (z. B. Meeresspiegelanstieg) und kleinräumiger Phänomene (z. B. Flachwassereffekte). Die betrachteten Pegeldaten zeigen, dass sich die Tidewasserstände nicht immer analog zum mittleren Meeresspiegel verändern. Dies lässt auf komplexe lokale und regionale Wechselwirkungen auf Grundlage des eingehenden Tidesignals schließen. Ein zentrales Element der kleinräumigen Tidedynamik der Deutschen Bucht während des Meeresspiegelanstieg ist die morphologische Entwicklung des Wattenmeers. Die intertidale Zone ist zwischen 1997 und 2015 im Mittel stärker sedimentiert als der Meeresspiegel angestiegen ist und das Wasservolumen der Tiderinnen hat abgenommen. Folglich ist es zur Veränderung der Tidecharakteristik und der Tideasymmetrie gekommen. Da Morphodynamik stets auf treibenden Kräfte bei ausreichendem Sedimentangebots angewiesen ist, kann nicht zuverlässig prognostiziert werden ob diese Entwicklung zukünftig weiterhin bestehen wird. In diesem Zusammenhang sind für die Zukunft drei Szenarien denkbar: Das resiliente Watt, das mit dem Meeresspiegelanstieg anwächst, die Lagune, die vom Meer überschwemmt wird oder ein Mittelweg zwischen Überfluten und Mitwachsen.