Alle Entwicklungsprozesse sind von entsprechenden in der Regel störungsfreien Wahrnehmungsleistungen abhängig. Störungen innerhalb des Wahrnehmungsprozesses können sich negativ auf sämtliche Entwicklungsbereiche, auf die Gesamtentwicklung des jeweiligen Kindes auswirken (vgl. Sinay 2001, 37; Pfluger-Jakob 20072, 27; Knauf u. a. 2006, 31 ff, 51 ff, 64 ff; Steinmann/Pollicino 2009, 15; Bonna et al. 2021). Zudem ist zu berücksichtigen, dass „die meisten Wahrnehmungsstörungen […] nicht isoliert auf(treten)“ (Beduhn u. a. 2001, 186). Insofern ist es von enormer Bedeutung, dass Verzögerungen, Auffälligkeiten und Störungen im Bereich der Wahrnehmung möglichst frühzeitig erkannt und soweit wie möglich rasch behoben werden. Auffälligkeiten in unterschiedlichen Bereichen der Wahrnehmung, die nach Biermann (201014, 7) im Verlauf der letzten Jahre zunehmen, zeigen sich auf der Grundlage von Verhaltensbeobachtungen (vgl. Pfluger-Jakob 20072, 62 ff, 74 ff) im Verhalten von Kindern im häuslichen Umfeld ebenso wie in außerhäusig pädagogischen Beziehungen und Situationen, also im Kindergarten oder in der Schule. Trotzdem: „Wenn ein Sinnesorgan geschädigt ist oder ganz ausfällt […] übernehmen andere Sinnesorgane eine Kompensationsfunktion“ (Zimmer 20054, 159; vgl. Beduhn u. a. 2001, 186). Zu bedenken ist, dass sich alle Wahrnehmungsbereiche trainieren lassen. „Ein gezieltes Wahrnehmungstraining muss durch eine konsequente Unterstützung der Interaktionsfähigkeit stattfinden […], aber auch durch Training der sensomotorischen Fähigkeiten und der musikalischen Erziehung“ (Beduhn u. a. 2001, ebd.). Leider ist es jedoch so, dass Störungen im Bereich der auditiven Wahrnehmung häufig zu spät, manchmal sogar erst in der Schule, auffallen.

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Wahrnehmungsverzögerungen, Wahrnehmungsauffälligkeiten und Wahrnehmungsstörungen

  • Ludger Kowal-Summek

摘要

Alle Entwicklungsprozesse sind von entsprechenden in der Regel störungsfreien Wahrnehmungsleistungen abhängig. Störungen innerhalb des Wahrnehmungsprozesses können sich negativ auf sämtliche Entwicklungsbereiche, auf die Gesamtentwicklung des jeweiligen Kindes auswirken (vgl. Sinay 2001, 37; Pfluger-Jakob 20072, 27; Knauf u. a. 2006, 31 ff, 51 ff, 64 ff; Steinmann/Pollicino 2009, 15; Bonna et al. 2021). Zudem ist zu berücksichtigen, dass „die meisten Wahrnehmungsstörungen […] nicht isoliert auf(treten)“ (Beduhn u. a. 2001, 186). Insofern ist es von enormer Bedeutung, dass Verzögerungen, Auffälligkeiten und Störungen im Bereich der Wahrnehmung möglichst frühzeitig erkannt und soweit wie möglich rasch behoben werden. Auffälligkeiten in unterschiedlichen Bereichen der Wahrnehmung, die nach Biermann (201014, 7) im Verlauf der letzten Jahre zunehmen, zeigen sich auf der Grundlage von Verhaltensbeobachtungen (vgl. Pfluger-Jakob 20072, 62 ff, 74 ff) im Verhalten von Kindern im häuslichen Umfeld ebenso wie in außerhäusig pädagogischen Beziehungen und Situationen, also im Kindergarten oder in der Schule. Trotzdem: „Wenn ein Sinnesorgan geschädigt ist oder ganz ausfällt […] übernehmen andere Sinnesorgane eine Kompensationsfunktion“ (Zimmer 20054, 159; vgl. Beduhn u. a. 2001, 186). Zu bedenken ist, dass sich alle Wahrnehmungsbereiche trainieren lassen. „Ein gezieltes Wahrnehmungstraining muss durch eine konsequente Unterstützung der Interaktionsfähigkeit stattfinden […], aber auch durch Training der sensomotorischen Fähigkeiten und der musikalischen Erziehung“ (Beduhn u. a. 2001, ebd.). Leider ist es jedoch so, dass Störungen im Bereich der auditiven Wahrnehmung häufig zu spät, manchmal sogar erst in der Schule, auffallen.