Der Beitrag widmet sich der grundsätzlichen Frage, ob es überhaupt möglich ist, organisationale Führung als eine gerechte Praxis zu etablieren und untersucht den Zusammenhang von Führung und Gerechtigkeit, indem er an einem aktuellen organisationssoziologischen Führungsverständnis anknüpft (Muster J, Büchner S, Hoebel T, Koepp T in Managementmoden in der Verwaltung. Sinn und Unsinn, S. 285–305. Springer, 2020) und dieses für Gerechtigkeitsfragen konkretisiert. Basierend auf diesem Verständnis untersucht er, inwiefern (Un)Gerechtigkeit eine Rolle bei der Generierung von Gefolgschaft spielt. Dies wird an einem empirischen Beispiel aus der polizeilichen Führungspraxis (der Diskussion über ‚Gerechtigkeitslisten‘ bei der Verteilung der Schichtdienste) konkretisiert. Im anschließenden Fazit wird der Versuch unternommen, eine erste Antwort auf die Frage zu finden, inwiefern Führung überhaupt gerecht sein kann – zum einen auf der Basis eines relationalen Gerechtigkeitsverständnisses, zum anderen bezogen auf die Differenz zwischen Gerechtigkeit als Vordergrund- oder Hintergrundthema, da potenziell alle relevanten Führungsthemen aus Sicht von Gerechtigkeitsverständnissen verhandelt werden können, nicht nur jene, die explizit und offensichtlich Gerechtigkeitsaspekte verhandeln.

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Führung als (un)gerechte Praxis? – Reflexionen zum Zusammenhang von Führung und Gerechtigkeit anhand von Gerechtigkeitsvorstellungen polizeilicher Führungskräfte

  • Anja Mensching

摘要

Der Beitrag widmet sich der grundsätzlichen Frage, ob es überhaupt möglich ist, organisationale Führung als eine gerechte Praxis zu etablieren und untersucht den Zusammenhang von Führung und Gerechtigkeit, indem er an einem aktuellen organisationssoziologischen Führungsverständnis anknüpft (Muster J, Büchner S, Hoebel T, Koepp T in Managementmoden in der Verwaltung. Sinn und Unsinn, S. 285–305. Springer, 2020) und dieses für Gerechtigkeitsfragen konkretisiert. Basierend auf diesem Verständnis untersucht er, inwiefern (Un)Gerechtigkeit eine Rolle bei der Generierung von Gefolgschaft spielt. Dies wird an einem empirischen Beispiel aus der polizeilichen Führungspraxis (der Diskussion über ‚Gerechtigkeitslisten‘ bei der Verteilung der Schichtdienste) konkretisiert. Im anschließenden Fazit wird der Versuch unternommen, eine erste Antwort auf die Frage zu finden, inwiefern Führung überhaupt gerecht sein kann – zum einen auf der Basis eines relationalen Gerechtigkeitsverständnisses, zum anderen bezogen auf die Differenz zwischen Gerechtigkeit als Vordergrund- oder Hintergrundthema, da potenziell alle relevanten Führungsthemen aus Sicht von Gerechtigkeitsverständnissen verhandelt werden können, nicht nur jene, die explizit und offensichtlich Gerechtigkeitsaspekte verhandeln.