‚Fehlleistungsartige Formulierungen‘ als Ansatzpunkte für objektiv hermeneutische Analysen: Überlegungen zu einem forschungsökonomischen Rationalisierungspotenzial
摘要
Als eine auf die Rekonstruktion von Strukturen zielende Methode schenkt die Objektive Hermeneutik der ‚Oberfläche‘ von Protokollen kaum Aufmerksamkeit, geht sie doch von der strukturalistischen Annahme aus, dass sich die Strukturen von Fällen an allen Sequenzen eines Protokolls zeigen müssten. Wenngleich diese Annahme grundsätzlich geteilt wird, möchte der Beitrag doch zeigen, dass es aus forschungsökonomischen Gründen sinnvoll sein kann, der Frage der Sequenzauswahl im Rahmen objektiv hermeneutischer Analysen systematischer Aufmerksamkeit zu schenken. Anhand einer kurzen Beispielinterpretation soll demonstriert werden, dass sich insbesondere ‚fehlleistungsartige‘ Sequenzen in Protokollen aufgrund der Tatsache, dass sich an ihnen Motive aus der Ebene der Latenz eines Falls methodisch relativ einfach abgreifen lassen, als Ansatzpunkte für objektiv hermeneutische Analysen besonders eignen.