Im Beitrag werden aus einer kulturanthropologischen Perspektive Bildungsbiographien als Formwerden des Körperleibs thematisch. Diese allgemeine Gegenstandskonstruktion wird in der zentralen Annahme einer Morphogenese von Körperschemata konkretisiert, die sich als konstitutiv für bildungsbiographische (Trans-)Formationen von (ex-)zentrischen Positionalitäten in raumzeitlichen Prägnanzen kulturhistorischer Lebenspraxen begründen. Methodologisch schließt hier die Problematik an, wie sich die mimetisch-performativen Einverleibungen von Körperschemata protokollieren und rekonstruieren lassen. Darauf bezogen werden einerseits insbesondere Stegreifzeichnungen als Protokollierungsmöglichkeit von körperschematischen Ausdrucksspuren profiliert. Andererseits wird mit rekonstruktivem Bezug auf deren formalästhetische Verfasstheit der Versuch vorgestellt, zu dem Formwerden des Körperleibs in der bildungsbiographischen Morphogenese empirisch vorzustoßen. Dass in der vorgestellten Fallanalyse visuelle Protokolle der Bildungsbiographie eines Parkourläufers im Zentrum stehen, hat für diesen Beitrag lediglich exemplarischen Stellenwert, um das Potenzial der bildrekonstruktiven Formenanalyse als Modus Operandi einer Morphologischen Hermeneutik zur Diskussion zu stellen.

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Das Formwerden des Körperleibs im empirischen Fokus morphogenetischer Bildungsforschung: ein heuristischer, methodologischer und methodischer Vorstoß

  • Jeanette Böhme

摘要

Im Beitrag werden aus einer kulturanthropologischen Perspektive Bildungsbiographien als Formwerden des Körperleibs thematisch. Diese allgemeine Gegenstandskonstruktion wird in der zentralen Annahme einer Morphogenese von Körperschemata konkretisiert, die sich als konstitutiv für bildungsbiographische (Trans-)Formationen von (ex-)zentrischen Positionalitäten in raumzeitlichen Prägnanzen kulturhistorischer Lebenspraxen begründen. Methodologisch schließt hier die Problematik an, wie sich die mimetisch-performativen Einverleibungen von Körperschemata protokollieren und rekonstruieren lassen. Darauf bezogen werden einerseits insbesondere Stegreifzeichnungen als Protokollierungsmöglichkeit von körperschematischen Ausdrucksspuren profiliert. Andererseits wird mit rekonstruktivem Bezug auf deren formalästhetische Verfasstheit der Versuch vorgestellt, zu dem Formwerden des Körperleibs in der bildungsbiographischen Morphogenese empirisch vorzustoßen. Dass in der vorgestellten Fallanalyse visuelle Protokolle der Bildungsbiographie eines Parkourläufers im Zentrum stehen, hat für diesen Beitrag lediglich exemplarischen Stellenwert, um das Potenzial der bildrekonstruktiven Formenanalyse als Modus Operandi einer Morphologischen Hermeneutik zur Diskussion zu stellen.