Nie war die Situation so gut wie jetzt! Diese Behauptung ist zumindest dann richtig, wenn man den Blick auf die aktuelle Kassenlage des Bundesministeriums für Verteidigung (BMVg) beschränkt. Als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf das Staatsgebiet der Ukraine hat der Bundeskanzler am 27. Februar 2022 eine Zeitenwende ausgerufen und die Bundeswehr einmalig mit einem Sondervermögen in Höhe von 100 Mrd. € ausgestattet. Mit diesem Budget sollen Ausrüstungs- und Fähigkeitslücken der Streitkräfte zeitnah geschlossen und die dafür benötigten Systeme beschafft werden. Nachdem Kosten nicht nur in der Beschaffung, sondern im ganz Wesentlichen auch in der anschließenden Nutzung anfallen, ist es zwingend notwendig, die Verteilung des Geldes vom Ende her zu denken. Diese Betrachtung ist umso wichtiger, wenn man nicht schon jetzt mit kurzfristigen Neubeschaffungen von komplexen und wartungsintensiven Großgeräten „sehenden Auges“ die Wehretats der kommenden Jahre durch den Unterhalt dieser Systeme überstrapazieren will. Dieser Beitrag wirft einen dezidierten Blick auf die zu berücksichtigenden Lebenszykluskosten (Life Cycle Cost, LCC) und Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) von Systemen sowie die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Einflussnahme durch alle Beteiligten im Bereich der ungestörten und kosteneffizienten Versorgung mit Ersatzteilen in Frieden, Krisen und Krieg. Besondere Berücksichtigung erfährt hier die Gruppe der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) als erfahrenes und bewährtes Rückgrat der deutschen wehrtechnischen Industrie und Motor für Innovation und Investition.

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Perspektive der mittelständischen Wirtschaft auf das Lebenszykluskostenmanagement

  • Matthias Witt,
  • Ulrich Krompaß

摘要

Nie war die Situation so gut wie jetzt! Diese Behauptung ist zumindest dann richtig, wenn man den Blick auf die aktuelle Kassenlage des Bundesministeriums für Verteidigung (BMVg) beschränkt. Als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf das Staatsgebiet der Ukraine hat der Bundeskanzler am 27. Februar 2022 eine Zeitenwende ausgerufen und die Bundeswehr einmalig mit einem Sondervermögen in Höhe von 100 Mrd. € ausgestattet. Mit diesem Budget sollen Ausrüstungs- und Fähigkeitslücken der Streitkräfte zeitnah geschlossen und die dafür benötigten Systeme beschafft werden. Nachdem Kosten nicht nur in der Beschaffung, sondern im ganz Wesentlichen auch in der anschließenden Nutzung anfallen, ist es zwingend notwendig, die Verteilung des Geldes vom Ende her zu denken. Diese Betrachtung ist umso wichtiger, wenn man nicht schon jetzt mit kurzfristigen Neubeschaffungen von komplexen und wartungsintensiven Großgeräten „sehenden Auges“ die Wehretats der kommenden Jahre durch den Unterhalt dieser Systeme überstrapazieren will. Dieser Beitrag wirft einen dezidierten Blick auf die zu berücksichtigenden Lebenszykluskosten (Life Cycle Cost, LCC) und Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) von Systemen sowie die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Einflussnahme durch alle Beteiligten im Bereich der ungestörten und kosteneffizienten Versorgung mit Ersatzteilen in Frieden, Krisen und Krieg. Besondere Berücksichtigung erfährt hier die Gruppe der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) als erfahrenes und bewährtes Rückgrat der deutschen wehrtechnischen Industrie und Motor für Innovation und Investition.