Aktuelle Studienergebnisse verweisen deutlich auf einen sich häufig durch Absentismus anbahnenden Schulabbruch bei Schülerinnen und Schülern: „Wenn Jugendliche die Schule ohne einen anerkannten Abschluss verlassen, geht dem oft eine längere Entwicklung voraus. Ein wesentlicher Prädikator ist Schulabsentismus, also das Schwänzen. Die Wahrscheinlichkeit, die Schule ohne Schulabschluss zu verlassen, steigt mit einer höheren Anzahl an Fehltagen“ (Kuhn, 2023a). Die von Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vorgelegte Studie „Jugendliche ohne Hauptschulabschluss“ (2023) hat ergeben, dass „die Quote der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen […IH] mit 6,2 % weiter auf hohem Niveau“ ist (Kuhn, 2023b). Diese Zahl entspricht im Jahr 2021 etwa 47.500 Schüler*innen. Klemm prognostiziert diesen Jugendlichen „deutlich schlechtere Zukunftsaussichten“ und betont: „Unsere Gesellschaft kann es sich angesichts des wachsenden Fachkräftemangels nicht leisten, diese Personen durchs Raster fallen zu lassen“ (Klemm, 2023). Folglich handelt es sich bei schulischem Absentismus um ein Thema von hoher gesamtgesellschaftlicher und insbesondere kindheitspädagogischer Relevanz. Im vorliegenden Beitrag wird schulischer Absentismus bei Kindern und jüngeren Jugendlichen im Rahmen eines durchgeführten Pilotprojektes an einer Duisburger Gesamtschule reflektiert und unter Berücksichtigung des schulischen und außerschulischen (Sozial-)Raums analysiert.

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Krisenhafte Sozialräume? Schulischer Absentismus bei Kindern

  • Ina Herrmann

摘要

Aktuelle Studienergebnisse verweisen deutlich auf einen sich häufig durch Absentismus anbahnenden Schulabbruch bei Schülerinnen und Schülern: „Wenn Jugendliche die Schule ohne einen anerkannten Abschluss verlassen, geht dem oft eine längere Entwicklung voraus. Ein wesentlicher Prädikator ist Schulabsentismus, also das Schwänzen. Die Wahrscheinlichkeit, die Schule ohne Schulabschluss zu verlassen, steigt mit einer höheren Anzahl an Fehltagen“ (Kuhn, 2023a). Die von Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vorgelegte Studie „Jugendliche ohne Hauptschulabschluss“ (2023) hat ergeben, dass „die Quote der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen […IH] mit 6,2 % weiter auf hohem Niveau“ ist (Kuhn, 2023b). Diese Zahl entspricht im Jahr 2021 etwa 47.500 Schüler*innen. Klemm prognostiziert diesen Jugendlichen „deutlich schlechtere Zukunftsaussichten“ und betont: „Unsere Gesellschaft kann es sich angesichts des wachsenden Fachkräftemangels nicht leisten, diese Personen durchs Raster fallen zu lassen“ (Klemm, 2023). Folglich handelt es sich bei schulischem Absentismus um ein Thema von hoher gesamtgesellschaftlicher und insbesondere kindheitspädagogischer Relevanz. Im vorliegenden Beitrag wird schulischer Absentismus bei Kindern und jüngeren Jugendlichen im Rahmen eines durchgeführten Pilotprojektes an einer Duisburger Gesamtschule reflektiert und unter Berücksichtigung des schulischen und außerschulischen (Sozial-)Raums analysiert.