Der Beitrag beleuchtet zunächst einschlägige Repräsentationsmuster von Kurd*innen ab den 1960er-Jahren bis heute (Abschn. 4.1). Signifikant ist ihre dichotomische Darstellung als Opfer staatlicher Repressionen oder als gewaltbereite Akteur*innen im Umfeld der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Deutlich wird die enge Verknüpfung dieser Muster mit geopolitischen Entwicklungen (den Kriegen im Irak, in der Türkei und in Syrien) und außenpolitischen Interessen (u. a. historisch gewachsene deutsch-türkische Beziehungen). Präsentiert werden sodann Ergebnisse einer in den Jahren 2021/22 durchgeführten Medienanalyse freizugänglicher Online-Formate mit hoher Reichweite (Abschn. 4.2). Aufgezeigt wird eine antipodische Berichterstattung zwischen der Kriminalisierung von Kurden als Straftätern und Mitgliedern von „Clans“ einerseits und der Integrationswilligkeit von Kurd*innen andererseits. In diesem diskursiven Spannungsfeld werden Stereotype des „archaischen, gewaltaffinen Kurden“ reproduziert wie der Topos der „resilienten, integrationswilligen, erfolgreichen Kurd*innen“ neu geschaffen.

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Medien als Orte der (Ko-) Konstruktion und Legitimation sozialer Ordnungen

  • Çinur Ghaderi,
  • Esther Almstadt

摘要

Der Beitrag beleuchtet zunächst einschlägige Repräsentationsmuster von Kurd*innen ab den 1960er-Jahren bis heute (Abschn. 4.1). Signifikant ist ihre dichotomische Darstellung als Opfer staatlicher Repressionen oder als gewaltbereite Akteur*innen im Umfeld der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Deutlich wird die enge Verknüpfung dieser Muster mit geopolitischen Entwicklungen (den Kriegen im Irak, in der Türkei und in Syrien) und außenpolitischen Interessen (u. a. historisch gewachsene deutsch-türkische Beziehungen). Präsentiert werden sodann Ergebnisse einer in den Jahren 2021/22 durchgeführten Medienanalyse freizugänglicher Online-Formate mit hoher Reichweite (Abschn. 4.2). Aufgezeigt wird eine antipodische Berichterstattung zwischen der Kriminalisierung von Kurden als Straftätern und Mitgliedern von „Clans“ einerseits und der Integrationswilligkeit von Kurd*innen andererseits. In diesem diskursiven Spannungsfeld werden Stereotype des „archaischen, gewaltaffinen Kurden“ reproduziert wie der Topos der „resilienten, integrationswilligen, erfolgreichen Kurd*innen“ neu geschaffen.