Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in Deutschland befindet sich im Spannungsfeld zwischen Gesundheitsfürsorge und Migrationskontrolle. Während der Zugang zur Gesundheitsversorgung als grundlegendes Menschenrecht gilt, bestehen für viele zugewanderte Menschen, insbesondere bei ungesichertem Aufenthaltsstatus, rechtliche, soziale und finanzielle Hürden. Der Beitrag beleuchtet die historische Entwicklung des ÖGD, insbesondere seine Rolle in der NS-Zeit, und zeigt auf, wie mangelnde Aufarbeitung bis in die heutige Zeit nachwirket. Ein besonderer Fokus liegt auf der ambivalenten Rolle des ÖGD als gesundheitliche Fürsorgeinstanz einerseits und als Instrument zur Überwachung und Regulierung von Migration andererseits. Dies zeigt sich unter anderem bei Infektionsschutzmaßnahmen, verpflichtenden Gesundheitsuntersuchungen für Asylsuchende sowie der Erstellung sozialmedizinischer Gutachten zur Aufenthaltsstatusbewertung. Der Beitrag diskutiert Reformansätze, um eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Dazu gehören die strikte Trennung von Gesundheits- und Migrationspolitik, der Ausbau niedrigschwelliger medizinischer Angebote, die Stärkung von Diversitätskompetenz im ÖGD und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin, Public Health, Sozialwissenschaften, Sozialer Arbeit und Rechtswissenschaften. Zudem wird die Notwendigkeit einer wissenschaftsbasierten Gesundheitsstrategie betont, die den ÖGD als zentralen Akteur der öffentlichen Gesundheitsversorgung stärkt und gesundheitliche Chancengleichheit fördert.

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Der Öffentliche Gesundheitsdienst im Spannungsfeld von Public Health, Politik und Migrationskontrolle

  • Sarah Lang

摘要

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in Deutschland befindet sich im Spannungsfeld zwischen Gesundheitsfürsorge und Migrationskontrolle. Während der Zugang zur Gesundheitsversorgung als grundlegendes Menschenrecht gilt, bestehen für viele zugewanderte Menschen, insbesondere bei ungesichertem Aufenthaltsstatus, rechtliche, soziale und finanzielle Hürden. Der Beitrag beleuchtet die historische Entwicklung des ÖGD, insbesondere seine Rolle in der NS-Zeit, und zeigt auf, wie mangelnde Aufarbeitung bis in die heutige Zeit nachwirket. Ein besonderer Fokus liegt auf der ambivalenten Rolle des ÖGD als gesundheitliche Fürsorgeinstanz einerseits und als Instrument zur Überwachung und Regulierung von Migration andererseits. Dies zeigt sich unter anderem bei Infektionsschutzmaßnahmen, verpflichtenden Gesundheitsuntersuchungen für Asylsuchende sowie der Erstellung sozialmedizinischer Gutachten zur Aufenthaltsstatusbewertung. Der Beitrag diskutiert Reformansätze, um eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Dazu gehören die strikte Trennung von Gesundheits- und Migrationspolitik, der Ausbau niedrigschwelliger medizinischer Angebote, die Stärkung von Diversitätskompetenz im ÖGD und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin, Public Health, Sozialwissenschaften, Sozialer Arbeit und Rechtswissenschaften. Zudem wird die Notwendigkeit einer wissenschaftsbasierten Gesundheitsstrategie betont, die den ÖGD als zentralen Akteur der öffentlichen Gesundheitsversorgung stärkt und gesundheitliche Chancengleichheit fördert.